Donnerstag, 25. Februar 2010

Zeitvertreib

Jaja, ich blogge gerade kaum noch. Und über diese Tatsache zu schreiben, ist eigentlich auch schon zu meta für meinen Geschmack, aber irgendwie doch ein Thema. Jedenfalls ist es gerade zur Abwechslung ganz hübsch, reichlich Arbeit geregelt zu kriegen, nebenbei endlich eine nächste Kuchenplatte anzuschieben und abends lieber lecker Essen zu kochen als hier Geschichten zu schreiben.

Oder anders: Es mangelt ganz sicher nicht an Input. Aber je mehr man davon hat, desto eher nimmt man auch wahr, wieviele Menschen an der schnelllebigen Blogfront mit neuem Zeugs so viel schneller sind, dass man sich irgendwann fragt: Wieso sollte ich das als Hundertster auch noch bloggen? Wem hilft's, wer liest's? Gleichzeitig wird dadurch der Output viel fragmentarischer, und ich habe immer seltener das Bedürfnis, ausführliche Dinge zu schreiben, die ich nicht auch über Twitter abhandeln könnte. Oder Dinge, für die ein Facebook-Kommentar langt. Oder die für MRD relevant sind und dort viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Und, natürlich auch nicht uninteressant: Was kommt zurück? Nicht, dass man das hier nur betreiben würde, um Kommentare zu zählen. Aber wenn man Feedback von Lesern (oder Hörern) fast nur noch über Facebook oder Twitter bekommt, wenn überhaupt, merkt man schon sehr deutlich, wie sich die Strukturen und Kommunikationswege verändert haben in den fast fünf Jahren, seit ich mit dem Bloggen angefangen habe.

Und nu? Dinge bewegen sich. Und mich und dich. Input und Output werden immer da sein, egal über welche Kanäle, und das macht es ja gleichzeitig auch wieder so interessant. Und auch hier werden sicher noch lange irgendwelche Dinge passieren.

Aber bis dahin kann man ja auch einfach ein bisschen Musik hören.


Random-Lieblinge 02/2010:

Vast Aire - Look Mom, no hands
Gutes Album. Noch viel besserer Titeltrack. Schepperfunk zum Durchdrehen und Sachen schmeißen.

David Bowie - Low (LP) & Heroes (LP)
Absichtlich nur zwei der drei Berlin-Alben. Weil sie total Sinn machen.

Miles Davis - Tribute to Jack Johnson (LP)
Weil es für Rock das war, was "On the Corner" für Funk war: Ein Kniefall und eine Ohrfeige. Hörprobe: "Right Off"

Donny Hathaway - Everything is Everything (LP)
Donny halt. Toll. Und weil ich so lange dachte, Nate Doggs "I Got Love" wäre selbstgemacht.

Tufu - Die Symbolik des Mastschweins (LP)
Punchlines mit Herz und Humor. Manchmal braucht man gar nicht mehr.

VA - Bag of Nothingness (free LP)
Shlohmo - Shlo-Fi EP
Beats. Seltsam frische, kantige Beats. Zerhackt und für lau.

John Carpenter - Assault on Precinct 13 (LP)
Sägender Proto-Ambient-Score für starke Nerven.

Trus'me - In the Red (LP)
Neo Soul ist eigentlich House ist eigentlich Moody Deep Disco.

Herbie Hancock - Crossings (LP)
Groß, weit und tief. Was für eine gute Platte.

Und das neue Album von Gil Scott-Heron habe ich immer noch nicht richtig gehört.

Ich drück mal auf "veröffentlichen", schon toll, dieses Internet.

Freitag, 12. Februar 2010

Stockholms Straßen

… sind voller Schnee. Trotzdem hin da.

Will sagen: Ich bin mal drei Tage raus, schüss.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Going back to Kölle

Um einen Spontanbesuch in Köln sinnvoll erscheinen zu lassen, habe ich mich erstmal bei den Disco Diamanten eingeladen, um mit ihnen morgen ein paar gemeinsame Vorkriegsbreaks in der Ü60-Disco zu spielen:


Samstag geht es dann nach dem Grießbrei und einem schönen Schonkost-Abendessen gegen 17 Uhr weiter mit Grampa Kleinski, so ab 22 Uhr werden wir in der Bar Ehrenfeld zum Tanz aufspielen.

Und Sonntag … hm … was macht man wohl am Sonntag?

Haha:

Trlingual Dance Sexperience

Dorian Concept - Trilingual Dance Sexperience from Prcls on Vimeo.



Dorian Concept ist eh der Geilste:

Strange Music

Das wohl einzige Video zu einer meiner derzeit liebsten Platten, nämlich "Genius" von Krizz Kaliko …



… der seinerseits als Backup von Tech N9ne durch die Lande zieht. Vom Chef noch diese wirklich große Nummer hier:

Tufu - Tortenheber-Ohren-Kette

Kurz und geil und auch schon ein, zwei Tage draußen:


Tufu - Tortenheber-Ohren-Kette. from Kevoe on Vimeo.

Das zugehörige Album "Die Symbolik des Mastschweins" gibt es für lau dazu, und auch wenn es nix neu erfindet, ist es doch für ein paar U-Bahn-Fahrten auf dem Kopfhörer gut. Sehr gute Sache.

Watschnbaam

Man soll ja nicht so viel übers Bloggen bloggen, sag ich. Deswegen an dieser Stelle auch keine großen Erklärungsversuche für die Inhaltsfreiheit hier. Sondern:

Nach den paar Tagen, die ich neulich in Wien verbringen durfte (die ersten Ergebnisse sieht man hier bei MRD), hat Mundartrap gerade eine ganz gute Zeit bei mir. Auch solcher aus Bayern. Was schon ein paar Wochen älter ist, auf eine seltsame Art aber immer noch rockt, ist das hier:



Das zugehörige Album "B-Aya-N" besteht dann zu gut zwei Dritteln aus ähnlich reduzierten Beats mit Sinnloslyrics, die teils rocken, teils etwas dröge werden und eigentlich fast immer entweder an ein Clipse-Album oder an "Drop it like it's hot" erinnern. Eindeutiges Highlight: Ein Haindling-Vocalsample. Dazwischen sind dann noch ein paar "Ich lieb den Scheiß"-HipHop-Bekenntnisse auf klassischen Samplebeats, die man sich leider gern hätte sparen können.

Aber der Watschnbaam rockt.