Mittwoch, 27. Januar 2010

Freitag, 15. Januar 2010

Digitales DJing, Spielzeug und mehr Chili

Vor anderthalb Jahren habe ich hier schonmal etwas ausführlicher über digitales DJing, Vinylkultur und solches Zeugs geschrieben. Anlass war damals Chili con Carne, etwas über ein Jahr eigene Akklimatisierung mit dem Digitalzeugs und ein bisschen Interesse für Interfacedesign.

Vor dem Hintergrund der gestern vorgestellen Produktneuheiten der Firmen Ableton, Rane und Serato (The Bridge, Scratch Live 2 und Sixty-Eight) habe ich mir wieder verstärkt Gedanken über Scratch Live (SSL), das liebgewonnene Tool meiner Wahl gemacht, besonders im Vergleich zum meiner Meinung nach einzig ernsthaften Konkurrenten, Traktor Scratch Pro von Native Industries.

Wenn du bisher die Hälfte nicht verstanden hast, solltest du nicht weiterlesen. Es wird dich nicht interessieren.

Jedenfalls: Meine Gründe, mich für SSL zu entscheiden, waren vorrangig die Stabilität der Software zu einer Zeit, als Traktor ohne Tweaks immer noch als recht zickig galt, das nach wie vor sauberer wirkende GUI und natürlich auch die Verbreitung: Bis heute benutzt der überwältigende Großteil meiner digital auflegenden Kollegen SSL, man kann sich austauschen, schnell mal umstöpseln und spricht die gleiche Sprache.

Aber Zeiten und Ansprüche ändern sich: Ein solches System ersetzt mir nicht mehr nur die Plattenkiste, sondern hat in fast drei Jahren auch stark verändert, wie ich auflege. Mit automatisierten Loops, Cuepunkten, visuellen Hilfen und (Hardware-)Effekten bewegt man sich irgendwann vom Tracks-Abspielen zum Remixen, man kann in fertige Arrangements eingreifen und lernt die Möglichkeiten zu nutzen, die einem ein analoges Setup nicht bieten kann. Genau da stößt SSL irgendwann an seine Grenzen, vergleicht man die in v2 erstmals hardwareunabhängig nutzbaren Effekte mit denen in Traktors Pro-Versionen, ganz zu schweigen von immer noch fehlenden Beatgrid- (trotz Ableton-Kooperation!) und Sync-Funktionen.

Ja, Snyc, I said it. Echt jetzt. Seit etwas über 15 Jahren schubse ich inzwischen an Platten und Pitchfadern rum, um Musik gleich schnell abzuspielen. Das kann ich inzwischen ganz gut und es ist keine Herausforderung mehr, sondern hält mich höchstens davon ab, z.B. zwei parallel laufende Loops mit Effekten und EQs zu manipulieren. (Oder einen Schluck Jacky-Coke zu nehmen. Oder mich fragen zu lassen, wann ich denn endlich Black Eyed Peas spiele, weil sich eh keine Sau für so ein Gefrickel interessiert.)

Genau deswegen ist langfristig gesehen auch das Konzept der Timecode-Kontrolle nur eine Krücke. Heute und morgen möchte ich nicht darauf verzichten, weil a) immer noch sporadisch echtes Vinyl in meinen Sets auftaucht und b) ein altmodischer 1210er der schönste, verbreitetste und intuitivste Controller zum Mixen und Scratchen für mich ist. Aber weiß der Teufel, ob ich mich nicht vielleicht überübermorgen auch davon lösen will.

Und nu? Die Anbindung zwischen SSL und Ableton Live ist für die Zielgruppe eine grandiose Sache, das Remixen und Umarrangieren, das eigentliche Performen rückt immer weiter in den Vordergrund, und auch in umgekehrter Richtung ist die Kombination aus Livemix und nachträglichen Tweaks bei Mixtapes nicht ohne Reiz. Haken 1: Ohne Vollversion von Ableton Live geht nix, und die kostet 299 Euro. Die "kleine" Version für 99 Euro, die eher auf Editing und Remixing ausgerichtet ist als aufs Produzieren, kommuniziert null mit SSL. Haken 2: Um die Gegenrichtung für Mixes ausgiebig zu nutzen, braucht man obendrein entsprechende Mixer- oder Controller-Hardware. Das sind beides keine KO-Kriterien, machen das Thema für mich aber erstmal uninteressant.

Schauen wir doch mal, was meine Kriterien für meinen Geldbeutel bedeuten.

Sagen wir: Ich will grundsätzlich mehr als zwei Decks nutzen können. (Hierfür ignorieren wir mal, dass mein geliebter Mixer, der DJM-909, nur zwei vollwertige und einen simplen dritten Kanal hat.) Außerdem wünsche ich mir vielleicht ein paar interne, Remix-orientierte Effekte, die ich unabhängig vom Mischpult überall nutzen kann.

Für ein drittes Deck in SSL bräuchte ich schon das SL-3 Interface statt meinem SL-1, Straßenpreis deutlich über € 750. Für ganze vier Decks führt anscheinend noch nichts an Ranes neuem Monster-Mixer Sixty-Eight vorbei, der sicher ein herrliches Spielzeug ist, aber bei 2700 US-Dollar ansetzt und damit in einer komplett anderen Liga spielt.

Traktor Scratch Pro mit vollen 4 Decks, der hochwertigeren Hardware und vielseitigeren Software kostet da draußen zwischen 550 und 570 Euro. (Es gibt sogar eine Edu-Version für deutlich unter € 500.) Für solche Summen vertickt Rane immer noch die olle zweikanalige SL-1 Hardware, während Traktor Scratch Duo mit dazu vergleichbaren Features wiederum gerade mal 333 Euro kostet.

So sieht das wohl aus, wenn man sich zu lange auf seinen Loorbeeren und den Versäumnissen der Konkurrenz ausruht. Featuretechnisch hinkt auch die neueste Inkarnation von SSL in Soft- und Hardware in fast allen Aspekten der Konkurrenz von NI hinterher, wenn auch nicht mehr so meilenweit wie zuvor. Ich konnte jetzt ein bisschen mit der Beta von SSL 2.0 spielen, und das bewegt sich schon alles in die richtige Richtung (weniger starres GUI-Layout und ein paar – auf den ersten Blick noch etwas hölzern wirkende – Effekte) - aber halt zu langsam.

Ist ja auch okay, niemand muss einen Sync-Button, 20+ Effekte oder sonstwas benutzen, um ein geiler DJ zu sein. Ganz sicher nicht. Aber anbieten könnte man es ja trotzdem. Der gefühlte Vorsprung in Stabilität und Verlässlichkeit wird SSL bei dieser zwanghaft auf "premium" getrimmten Preispolitik wahrscheinlich auch nicht ewig den Arsch retten.

Dienstag, 12. Januar 2010

Samstag, 9. Januar 2010

Like it's 1998 - "Rockers' Lounge" Mixtape

Gestern, zum dritten Geburtstag der Blogrebellen, habe ich mir erlaubt, aus der Not eine Tugend zu machen: Anstatt in einer Nachtschicht ein paar verstreute Mixtape-Ideen zu einem Ganzen zurechtzukleistern, gab es als Onlinepremiere mein erstes offizielles Mixtape aus dem Jahr 1998 als Präsent.

Schaut dort vorbei für zeitgenössische Pressestimmen und einen HQ-Downloadlink, hören könnt ihr aber auch einfach hier:

Master Quest - Rockers' Lounge 1 (1998) by djmq

Und ich verziehe mich jetzt ins Musikzimmer, um an etwas Nullzehn-Ish zu arbeiten.

Freitag, 8. Januar 2010

Hell below

Den könnte ich heute problemlos den ganzen restlichen Tag hören.

Curtis - Hell Below (Leftside Wobble Edit) by Leftside Wobble

Donnerstag, 7. Januar 2010

Grindin'

The Clipse und, nun ja, zumindest ein Teil der Roots Crew.



(via)