Montag, 30. Juni 2008

Jay-Z / Glastonbury

Dazu muss ich ja auch noch was sagen.

1. Humor: Eine Million Sympathiepunkte für den Move, auf einem Rockfestival "Wonderwall" jaulend mit umgehängter Gitarre auf die Bühne zu schlurfen und dafür auch noch gefeiert zu werden, nachdem im Vorfeld Noel Gallagher ausführlich über Jay-Z als Headliner genoelnölt hatte.

2. Die BBC warnt per Laufschrift davor, dass während der Show Stroboskope eingesetzt werden? Wie rücksichtsvoll.

3. Beim ersten Track habe ich mir die Frage gestellt, wann genau Jigga eigentlich verlernt hat, mal mehr als zwei Zeilen am Stück durchzurappen und wer sein debiler Backup ist. Das wird aber besser. Das komplette Set kann man sich in Ruhe hier anschauen, inklusive Beyoncé jumping up and down, going batshit crazy for a set she has to watch every night. (So weit bin ich aber noch nicht.)

4. Irgendwie erinnert mich das an den Auftritt der (damals noch Absoluten) Beginner beim Bizarre Festival, wo sie fluchend in Cowboystiefeln, Metalshirts, Perücken und hautengen Jeans aufgetreten sind und ständig "Und jetzt sagt alle: Rockgitarre!"-Sprechchöre veranstaltet haben. Leider finde ich das nirgends online, und deswegen ist es auch nicht besonders lustig. (Hat irgendwer eigentlich diese DVD?)

5. Splash?

Sonntag, 29. Juni 2008

Na schön.

Löw: "… so'n paar Ballverluste …"
Jau.

Darf Günter Netzer jetzt bitte wieder verbuddelt werden?
Und Waldi Hartmann und seine umwerfenden Scherzchen meinetwegen gleich mit.

(Bye, kickeria)

Samstag, 28. Juni 2008

Zahnlos

Drei Stunden lang wurde heftig diskutiert, dann entschloss sich der UN-Sicherheitsrat, die zur Farce verkommene Stichwahl um das Präsidentenamt in Zimbabwe einstimmig zu verurteilen. (faz.net)
 
Da wird Mugabe aber zittern.

Freitag, 27. Juni 2008

Can rap change the world?

He admits that some hip-hop lyrics display an ungentlemanly attitude towards women, but he doubts that listening to violent lyrics causes people to behave more violently. If it did, there would be more opera fans stabbing their ex-lovers outside bullfights.
Aus "The politics of hip-hop". Der komplette Artikel auf Economist.com.

Ich liebe Deutschenland

Wenn das ein Witz sein soll, verstehe ich ihn nicht.

Deutschenland

Yuri Suzuki

Jonas hat mich gerade dankenswerterweise mit mehr schlauem Plattenspieler-related Irrsinn versorgt: Die Arbeiten von Yuri Suzuki für das Royal College of Art in London vereinen Performanceideen aus der Musique concrète mit einer technischen Umsetzung, die auch für sich besehen schon sehr künstlerisch ist.

Bewundern kann man das alles hier oder als work in progress auf Yuris Flickr-Account. Revolutionär sind die Ideen zwar alle nicht – der Sound Chaser ist ein weitergedachter Vinylkiller, der Prepared Turntable ist essenziell sowas wie ein Vestax QFO mit 5 Tonarmen, und der Finger Player ist ebenso offensichtlich, aber sicher interessant für Menschen, die sonst einfach nie mit Vinyl in Kontakt kommen. Schön, liebevoll und sehr schlau gedacht und gemacht ist das alles aber in jedem Fall.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Phonographantasmascope, oder: Was dein Plattenspieler so alles kann.

Alles muss raus

Christie's verkloppt James Browns kompletten Hausrat. Möbel. Anzüge. Awards. Briefe. Seine Bibel, sein Reisepass, seine Hammond B3, sein Klavier. "Keys to Cities". Ehm, "Presidential Champaign Glasses"?

Jedenfalls: Sehr, sehr bizarr, das Ganze.

(via)

So doof ich CDs auch finde …

Ist dieser aufklappare MP3-Player nicht das allerbeste [EDIT: natürlich nicht ganz neue, siehe Kommentarbereich] Konzept für einen winzigen CD-Player? Grandios.



(Link, via)

Was machen eigentlich … Cannibal Ox?

Früher:



"The Cold Vein" hätte ich damals kaputtgehört, wenn das mit diesem Überalbum denn möglich gewesen wäre.

Heute:

Vast Aire – The Man Without Fear (Audio)

… und …


Vordul Mega - Megagraphitti from 2dopeboyz.com on Vimeo.

Nur mal so. (via)

Fußballmutation

Das erste EM-Spiel, das ich zumindest teilweise gesehen – und nicht nur aus dem Nebenzimmer gehört – habe, war glaube ich Kroatien vs. Türkei. Davor: nix. Seitdem habe ich plötzlich alle Spiele gesehen, gestern dann tatsächlich auch das erste Spannende. Und: Gestern gab es erstmals auch Bier und Chips.

Unheimlich.

Unrelated: Ich höre hier gerade fantastische Livemitschnitte von den Poets of Rhythm aus dem letzten Jahr, die ich keinesfalls weitergeben darf, die aber so geil sind, dass ich es hier einfach mal droppen muss: Ätsch.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Krumm

Mengenrabatt ist ja toll. Aber ich werde wohl nie verstehen, wieso ein gewisser DJ-Equipment-Versand Timecodeplatten in Dreier- und Ersatznadeln in Fünfersets verkauft. Ist es so ungewöhnlich, eine gerade Anzahl von Plattenspielern zu benutzen?

Die Anpressungen sind da …


Ab 18.07.08 auf Soulplex Recordings: Sharon Jones & The Dap Kings "Keep On Looking" – Kenny Dope Remix. Watch out.

Rolling Again – Download

Eben noch im Internetz, jetzt auf unserer Showbühne hier zum Mitnehmen:

Download "Rolling Again" (Sharebee)


Rolling Again

Tracklist in Schönschrift bei Bedarf per Mail.
Enjoy!

Play some, eat some

Neulich hat Blognachbar Stöcki ja diese Schallplatte aus Schokolade entdeckt. Klingt beschissen, ist aber ansonsten eine lobenswerte Idee.

Richtig neidisch bin ich erst, seitdem Eff mir gerade das hier gezeigt hat: Nicht nur eine Platte, nein, ein ganzer Plattenspieler aus Schokolade! Als Geburtstagstorte.

Liebe Welt: In einem knappen halben Jahr werde ich zufällig auch 30. Take note. Harr Harr.

Dienstag, 24. Juni 2008

Achtundzwanzig

Tja, das Promo-Business wird in diesen digitalen Zeiten auch nicht leichter:

Als erster deutschsprachiger Künstler veröffentlicht Thomas D einen HD Podcast auf iTunes. (…) Gleich am ersten Tag der Veröffentlichung auf iTunes stieg "TDTV" in die Podcast Charts auf Platz 28 ein! (Four Artists Newsletter)


Acht-und-zwan-zich, ein Hammer! Heute steht da allerdings Eltons EM-Tagebuch, während TDTV sich mit einem immer noch robusten Platz 38 zufrieden geben muss, genau zwischen dem Taff-Podcast und MoneyMoney.tv.

Immerhin – sonst wäre ich wohl nie darauf gekommen, dass es einen Happy-Tree-Friends Podcast gibt. Auf Platz 20.

Life is Worth Losing – George Carlin

Es kann ja eigentlich gar nicht sein, dass ich der Einzige war, der George Carlin bis zu dessen Tod am Wochenende nur sehr flüchtig auf dem Zettel hatte. (Stichwort: Der Mann, dessen "Seven Words"-Routine nicht nur zu seiner Verhaftung führte, sondern auch zu einem zentralen Gerichtsverfahren in Sachen Redefreiheit und – plakativ – Rundfunkzensur.)

Auch noch nie eins seiner Programme gesehen? Gebt euch nicht mit kurzen Youtube-Schnipseln zufrieden. Google Video hostet einige seiner HBO-Specials in voller Länge, für die man sich gerne hin und wieder mal eine Stunde freihalten kann. Vor allem die späteren Programme wie "You Are All Diseased" oder "Life is Worth Losing" sind so voll von tiefschwarzer Misanthropie und Gesellschaftskritik, dass sanfteren Gemütern schon mal ein, zwei Lacher im Hals stecken bleiben könnten. Aber Recht hat er. Farewell.



(u.a. via)

Sonntag, 22. Juni 2008

Rolling Again

Endlich: Der HipHop-Dingsbums-Mix, der Dienstagnacht auf ByteFM laufen wird, ist fertig. Und eigentlich auch gar nicht so schlecht. Demnächst dann sicher auch hier als Download zu kriegen.

Ach, und Kool Keith war tatsächlich da. Ob das Konzert dope war, weiß ich nicht so recht, aber vielleicht ist das auch zweitrangig. Auf der einen Seite viel abstrakte Freestyle-Action und reichlich lautes Ultramagnetic-Material, auf der anderen Seite ein schrecklicher Mittelteil, in dem locker 20 Songs, vorrangig aus der Dr. Dooom-Zeit, mit drei, vier Takten vom Chorus verheizt wurden, zack, weiter. Materialverschwendung. Und man fragt sich schon auch, wieso Kool Keith selbst bei Tracks, die man im Fachhandel problemlos als Instrumentalversion bekommt, über die Vocalversionen rappen muss.

Aber: Er war da, der Poppa Large, und er wurde gefeiert. Und nach 70 Minuten war der Spuk dann auch wieder zu Ende.

Freitag, 20. Juni 2008

Leidensgenossen

"Bin Laden is the only one who knows exactly what
I'm going through" - R Kelly


Ich wusste es doch. Drama King.

(via)

Ballacks Aftershowparty

Großes, ehm, Tennis.

Reporter: Wer ist da der DJ?
Ballack: Ich glaub das ist vom Gerät. Da singt keiner.


(Quelle: Nebenzimmer und hier)

Donnerstag, 19. Juni 2008

Schotter wie Heu – Altes und Neues aus Gammesfeld

Mag sein, dass es keinen interessiert – ist ja auch schon aaaalt – aber weil ich gerade mal etwas rumgeschaut habe, hier ein kleiner Hinweis auf diese überaus nette Geschichte, die schon so oft erzählt wurde.

Schritt Eins: Irgendwo auf dem Land, kurz bevor Baden-Württemberg zu Bayern, vielmehr Franken wird, liegt Gammesfeld. Und in Gammesfeld gibt es eine kleine Raiffeisenbank, die ziemlich berühmt wurde, weil ihr einziger Angestellter sich erfolgreich gegen die Anschaffung eines Computers und viele andere vermeintlich notwendige Dinge wehrte. Er saß da ohne Taschenrechner, erledigte alle Buchungen von Hand, sein Telefon hatte eine Wählscheibe und das modernste technische Gerät stammte von 1968. An dieser Stelle übernimmt aber dieser brand eins-Artikel (1999) die Erzählung.

Schritt Zwei: 2002, auch 9/11, Y2K und die Euroeinführung waren ohne Computer überstanden und es entstand "Schotter wie Heu", ein liebevoller Dokumentarfilm über die Bank, den Banker und das ganze Dorf. Der lief irgendwann nachts im ZDF, und da bin ich damals auch über die Geschichte gestolpert. Und weil ich mir erst neulich die DVD gekauft habe, möchte ich hiermit dazu aufrufen, das auch zu tun. Der Film ist einfach zu großartig, so unspektakulär das auch alles klingen mag. Und nein, im Netz findet man ihn sowieso nicht, die DVD gibt es aber an jeder Ecke.

Schritt Drei, und der ist eigentlich auch nur noch interessant, wenn man das alles schon liebgewonnen hat: Fritz Vogt ist heute im Ruhestand. Und er hat einen Nachfolger, der offenbar Lust hat, diese Geschichte noch ein bisschen weiter zu schreiben, trotz Excel-Tabelle.

So, und jetzt schnell wieder zurück zu Onlinebanking und Webzweinull so.

Extra Linksammlung zum Thema, mit reichlich weiterer Berichterstattung

In Würde altern?

Zuerst dachte ich, Kool Keith hätte Ketten um den Hals, nachdem er mit Flava Flav einen Baumarkt überfallen hat. Leider ist es wohl nur ein Tuch, aber diese beiden Typen in einem Raum sind sicher unterhaltsam.

(Der Mann im Hintergrund ist Kutmasta Kurt und arbeitet nicht bei Obi. Kurt und Keith sind Samstag – idealerweise – in Hamburg, das Foto ist aus London und stammt aus dem Newsletter von Threshold Rec.)

Noch anderthalb Stunden bis zum Spiel

… und die Grölende-Idioten-Quote hier auf der Straße ist schon beeindruckend. Scheint wichtig zu werden.

Sahara Swing

Mal wieder ein dieser Platzhalter, bis ich etwas Ausführlicheres darüber schreiben kann: "Sahara Swing", das aktuelle Album des Poets of Rhythm-Spinoffs Karl Hector & The Malcouns, ist ein mehr als würdiger 2008er Nachfolger für das Heliocentrics-Album, das im letzten Jahr ebenfalls über Egons Now-Again Records kam. Leicht angepsychter, polyrhythmischer, schwerer Afro-Jazzfunk zwischen Äthiopien, Sahara und good ol' Munichen:

This is an album of the world. Not “world music” – but that will appeal to any culture ever transfixed by rhythm on “the one.”

Mittwoch, 18. Juni 2008

Roberto färbt ab

Ich bitte um Verzeihung, aber debil kichernd muss ich bekanntgeben: Das hier ist auf jeden Fall die besteabstruseste Meldung der Woche. Von der eigentlichen Nachricht bis hin zum Namen der erwähnten Gala – alles perfekt.

Und jetzt wieder an die Arbeit.

Dienstag, 17. Juni 2008

Esmusssosein

Hatte ich diese Woche eigentlich schon Retrogottcontent?

Du bist so hart wie eine Flüssigkeit.
Wenn sie verdampft.

Willkommen in Europium

von 777 records
an Undisclosed-Recipient
Datum 17. Juni 2008 13:29
Betreff We can promotion your music in Europe



the most popular Polish DJ - DJ Meni seeks one's artists from circles of music Hip Hop / Rap / R&B / Soul / Ragga on the newest mix tape ... If you want to present on him mixtape and to gain in europium great promotion send your vinyl in 2 copies and CD in 2 copies on adress 777 recods label ...

777 records
(…)

Your recordings be presented also becomes in Polish clubs and radio stations ... We also invite you for looking our hip hop star Gorzki which album "Kontrawersja" you will buy on www.hiphopsite.com (http://hiphopsite.com/product/show/id/12793) with featurings artists as JT Bigga Figga, Bizarre (D12), Craig G, Mr.Complex, Beretta 9 (Wu Tang Clan), Jerome XL, Akil from Jurassic 5 etc.

You can looking promo materials for album here:

(…)

Collabo with Gorzki you can have here: XYZ@gmail.com and on him space: www.myspace.com/gorzki


Auwei. Wie haben die wohl mit den Amis kommuniziert?

Montag, 16. Juni 2008

Boogie Down Friedrichshain

Uff. Wochenende: Ja. Tagesrhythmus: Nein.

Juicerun

Jedenfalls war Juicerun toll und eine der besten schönen Partys seit einiger Zeit. Da kriegt man glatt Lust, bald mal wieder nach Berlin zu fahren.

Auf Hamburgfunk gibt es eine umfassende Wochenend- und Weltrundschau, an dieser Stelle nur die Danksagungen: an Martin, Holger und Reha für die Einladung und die herrliche Party, an Jochen und Hanna für Grillerei und Moskovskaya, Suppe und Isa für unermüdliches Tanzen in vorderster Front und an die Herren Schmitz, Velten und Withoutfield fürs Rumkommen. Sehr gute Sache.

Freitag, 13. Juni 2008

Juicerun, die zweite

Morgen, Samstag, im schönen Friedrichshain:

Juicerun #2, Berlin

Mehr auf Myspace.

Ich in Berlin!
Dass ich das nochmal erleben darf …

Wo ist B-Tight, wenn man ihn braucht?

Das (von mir ziemlich geschätzte) Magazin DUMMY stürzt sich in die Diskussion: Darf die nächste Ausgabe "Neger" heißen?

Hubschrauber

Wulffmorgenthaler rettet meinen Tag.

Schon wieder.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Die üblichen Verdächtigen

Sido wird Popstars-Juror und der Kinderschutzbund kritisiert den "Drogen-Rapper" (Bild). Wie originell, wie brandaktuell. (Mal abgesehen davon, "Augen auf" wird sicher von hundertmal mehr Menschen wahrgenommen als die letzte Pressemitteilung des Kinderschutzbundes, oder?)

Naja. Macht ihr nur.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Let's take it back

Die volle Breitseite an Oldschool-Battles und Livematerial. Und wir sprechen nicht von 1996-Oldschool.

Mal schauen, wann ich mich da durcharbeiten kann … (via)

Dienstag, 10. Juni 2008

Marterias Todesliste

Das ist hier fast untergegangen:



In other old news – mehr Retrogottshit.

Burner

Damit ist die Rentzelstraße wohl offiziell der heißeste Graffspot der Stadt.

SO.VIS (?!)

Wahrheit tut immer weh

Alexander Marcus > Coldplay.

Entschuldigung, aber das macht meinen Tag.

Mein Ärger, dein Ärger

Noch mehr Ärger für Soul-Diva Amy Winehouse: Ehemann Blake Fielder-Civil hat zugegeben, einen Kneipenbesitzer tätlich angegriffen und später versucht zu haben, den Vorfall zu vertuschen. Jetzt droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. (Quelle)


Und was genau ist jetzt der Ärger für Amy?

Ganz im Ernst, ich würde mich freuen, wenn Frau Winehouse ihren Shit together kriegen und eine neue Platte machen würde. Aus solchen kaputten Phasen können ja tatsächlich beeindruckende Werke entstehen. Aber dieses tägliche, sensationsgeifernde Boulevardscharmützel um jeden Kochbeutel Reis, der in Amys Umgebung kippelt, ist längst auf langweiligsten Paris-Hilton-Nichtniveau angekommen. Schön für Bildleser als Ergänzung zur schwarz-rot-geilen Stumpfprosa, aber eigentlich doch: ööööde.

Montag, 9. Juni 2008

So sweet

Jigga & Beyonce? So 2003.

Rick Ross and Foxy Brown are a couple!

Godot arbeitet beim Paketdienst

Viel Sonne, etwas Auflegerei und eher kein Fußball – es gibt schlimmere Wochenenden, würde ich sagen. Toll wäre aber, wenn jetzt noch mein neues Telefon kommen würde.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Mit James und James durch den Sommer

Jetzt, da es allmählich Zeit wird, eine inoffizielle und zumindest vorübergehende Sommerplatte zu küren, kommt mir der hier gerade recht: James Pants hat mit "Welcome" ein tolles Album zwischen Lo-Fi-Elektrosoul und schrägem Weltraumfunk gemacht, das von Tag zu Tag größer wird. Unbedingter Hörbefehl. Und zum Gucken gibt es "Cosmic Rapp":



Bei akut lebensbedrohender Drummachine-Unverträglichkeit könnte man auch auf den Gewinner in der Kategorie Sommerplatte, alt zurückgreifen, "Well Kept Secret" von James Last – ein Jazzfunk-Juwel, das er Mitte der Siebziger in LA aufgenommen und leider nirgends so recht verkauft hat. (Außer mir, Samstag auf dem Flohmarkt.)

Diese Version von "Summertime" kann zwar nicht die hochkarätige US-Besetzung vorweisen, die das Album eingespielt hat, ist aber trotzdem sehr nahe dran, episch breit und mit einer fantastischen Rhythmusgruppe. Wirklich gut:



Bonus-Hansi: James Last spielt ein paar Jahre später "Funkytown", natürlich discoid, aber mit einem irren Bass-Part und, um Himmels Willen, mit einem Vocoder! Geil.

EDIT: "Well kept Secret" wurde übrigens gerade als "James Last in Los Angeles" wiederveröffentlicht.

Kwelität – Talib Kweli Nachlese

Gut 900 Gäste, davon gegen später auch 100 auf der Bühne, und ein nassgeschwitzter und sichtlich zufriedener Talib Kweli mittendrin – gestern im Uebel & Gefährlich, auf dem Konzert, das zugleich seine eigene Aftershowparty war.

Schweißtreibende Fotos von Tobias Schneider (Danke!), von dem auch irgendwo noch ein paar Memory-Club-Bilder herumschwirren. Kommen bald. Hust.






Da war es auch zu verschmerzen, dass C-Rayz Walz zu doof ist, in ein Flugzeug zu steigen es so bockheiß war und Maylay Sparks sich auch noch die Hose zerrissen hat.

Dienstag, 3. Juni 2008

We like Clocky

Wecker statt Haustier.

Wer kennt schon Jungingen?

Drei Menschen ertrinken bei Unwetter-Inferno im Killertal

Im Killertal herrscht Entsetzen und Verwüstung

Drei Tote im Killertal


Wow. So eine Ortsangabe ist ja wohl der feuchte Traum eines jeden Boulevardjournalisten. Und wer ist zu doof, das auszunutzen? Genau.



Gratuliere.

Montag, 2. Juni 2008

Chili Con Carne

Schon lustig, so eine Assoziationskette. Bei einer Portion Chili con Carne denke ich an die beinahe gleichnamige Nummer von den Coolen Säuen: "Chili Con Caane" erschien 1994 auf dem Sampler "Schützt Die Rille". Das war ein ziemlich lobenswertes Projekt, das in die damals recht breite Save-the-Vinyl-Kerbe schlug, und auf verhältnismäßig gut abgehangenen Funkgrooves (produziert von Peerbee) berichteten die Coolen Säue von einer bizarren Festveranstaltung zur Schließung eines großen Vinylpresswerks und den möglichen Folgen, im Refrain schimpft ein gescratchter Toni L, Vinyl werde abgeschafft, den DJs werde der "Plattenkontakt" genommen. Auf der Veranstaltung gab es Chili satt für alle, daher der Titel. "Moderne DJs, arme."


Plattenkontakt
Foto: Thorsten Thees

Heute, 14 Jahre später. Vinyl ist nicht ausgestorben, im Gegenteil: Es ist ein beliebtes Sammlerobjekt, viele Neuerscheinungen aller Genres, auch und gerade außerhalb der Clubkultur, gibt es auch als Schallplatte und für viele ist Vinyl inzwischen wieder ein schickes Lifestyleaccessoire. Auf dem Flohmarkt am alten Schlachthof diggen hippe Mädelsgruppen ramschige Terence Trent D'Arby-LPs, bei Saturn gibt es 15 verschiedene Plattenspieler von 50 bis 1500 Euro zur Auswahl und sogar der Media Markt im Einkaufszentrum Nedderfeld hat wieder eine Vinyl-Abteilung. Aber ausgerechnet der moderne DJ, der vermeintliche Don Quijote der Vinylkultur, eröffnet sich völlig neue Möglichkeiten der Performance, für die die gekaufte Schallplatte keine Rolle mehr spielt.

Nicht, dass wir uns da falsch verstehen: Auch ich bin seit mittlerweile über einem Jahr digital unterwegs, benutze für fast alle Gigs Serato Scratch Live, nur mit ein paar zusätzlichen echten Platten im Gepäck. So schont man den Rücken und kann noch dazu, wenn man will, tolle Sachen machen, wenn man sich ein wenig mit den Features befasst. Man kann es sich aber auch erbärmlich einfach machen, und manchmal schämt man sich dafür, wie DJs die neuen Möglichkeiten nutzen: Toll, endlich keine Platten mehr kaufen zu müssen! Entspannt kann man all die lieblos zusammengeklaubten, gezogenen und mit Homies geteilten 128kbps-MP3s spielen, anstatt weiterhin Geld für Musik auszugeben. Darum geht es hier aber gar nicht. Soll doch jeder glücklich werden, der nicht versteht, wie heuchlerisch er damit seinem eigenen Handwerk schadet.

Viel verwirrender ist für mich die Tatsache, dass sich alle Standards, die man als DJ so kannte, rasend schnell verabschieden. Ich habe Mitte der Neunziger damit angefangen, und nie gab es ernsthafte Alternativen zu zwei Technics-Plattenspielern und einem Mixer als Setup. Das dürfte nun vorbei sein. Und es ist kaum abzusehen, wohin wir uns entwickeln, klar ist nur, dass wir uns heute wohl in der provisorischsten aller denkbaren Phasen befinden. Man muss sich das mal klar machen. Wenn ich auflege, spielen die Plattenspieler nur noch einen Timecode von Vinyl ab, ein Steuersignal. Ein Technics 1200 ist also nichts weiter als ein 500 Euro teures Bedienteil für meine Software, das sagt: Schneller, langsamer, vorwärts, rückwärts. Ein Haptik-Dummy, eine Krücke für den DJ, der das Handling nicht missen will, mit dem er aufgewachsen ist und das deswegen für ihn das selbstverständlichste ist.


MSTRKRFT starren auf einen Bildschirm.
Foto: Ceasar Sebastian


Daneben ein Computer, der für sich betrachtet schon ein völlig archaisches Bedienkonzept verfolgt, was der Technikwelt derzeit immer bewusster wird: Man drückt auf willkürlich mit Buchstaben beschriftete Knöpfe, um Text zu schreiben, schiebt mit einem Finger auf einer Fläche am Gehäuse einen kleinen Pfeil über den Bildschirm, um dann etwas per Knopfdruck zu markieren, einen vorher von Vinyl digitalisierten Track zum Beispiel, den man über eine Tastenkombination auf ein virtuelles Deck legt. Wie früher eine Platte auf die Slipmat, nur völlig anders. Ist das nicht, ehrlich, in jeder Hinsicht das unintuitivste Bedienkonzept, das man sich vorstellen kann? Der Standard gewordene Workaround.

Und auch wenn ich selbst kaum in absehbarer Zeit diesen Standard hinter mir lassen werde, stehen uns da ein paar aufregende Jahre für die DJ-Zunft bevor. Aktuelle und kommende Generationen an Softwarelösungen, Hardwarecontrollern und neuen Bedienkonzepten für Rechentechnik dürften uns jetzt erstmal für eine ganze Weile ohne diesen allgegenwärtigen Technikstandard experimentieren lassen, bis am Ende vielleicht die ultimative DJ-Workstation steht, die Alt und Neu verbindet.

Welche Rolle spielt die nächste Generation von DJs, die ohne die Notwendigkeit aufwächst, sich auf zwei Plattenspieler und einen Mixer zu beschränken? Welche Ideen entstehen daraus? Gute Frage. Keine Ahnung. Ausgerechnet der DJ, jahrelang im Epizentrum des Vinylaktivismus, muss ab heute zeigen, wie ernst es ihm mit der Schallplatte wirklich ist – jetzt, wo sich zum ersten Mal in weit über 30 Jahren DJ-Geschichte eine komplette Trennung vom ursprünglichen analogen Medium abzeichnet. Im besten Fall ist das aber nicht, wie oft geunkt wird, das endgültige Aus der Vinylkultur, sondern vielmehr der Start in eine völlig neue Etappe der DJ-Kultur, in der sich nur die Rolle des Mediums Schallplatte radikal verändert. Das könnte noch spannend werden.