Freitag, 30. Mai 2008

Rosa Textmarker

Ich hab ja auch mal studiert. Tiefste Geisteswissenschaften. Deswegen, haha,

Im StudiVZ gibt es eine Gruppe, die da heißt “Mädchen studieren nicht. Mädchen unterstreichen bunt und malen aus.” (Quelle)


Ich weiss zwar nicht so ganz, was die erste Hälfte des Satzes ("Im StudiVZ gibt es eine Gruppe"?) bedeutet, aber die zweite Hälfte: Prima.

Kaltblut

Falls heute um 20 Uhr irgendwer vorm Rechner sitzen sollte und nicht irgendwo am Grill oder im Biergarten: Auf soulsender.de läuft "Cold Blooded", ein etwas älterer Mix von mir, den ich damals sogar noch mit richtigen Schallplatten aufgenommen habe. Und der ist eigentlich ziemlich gut.

Sinnlose Zivilisationskrankheiten

Wieder so ein beklopptes Denkmuster: Noch während man nach "Bier Allergie" googelt, sieht man vor seinem inneren Auge einen Webmaster, der seine Statistiken auswertet und denkt: "Höhö, nach zwanzig Bier krieg ich auch immer Allergie."

Aber tatsächlich habe ich den Verdacht, genau so etwas entwickelt zu haben: Eine allergische Reaktion auf Bier. Oder zumindest auf manche Biere. Würde mich nicht wundern, vor zehn Jahren hatte ich auch nicht die Spur von Heuschnupfen und heute ist er ein zwar dezenter, aber doch treuer Begleiter durch den Sommer. Aufgefallen ist mir das in folgender Versuchanordnung:

1) Abendessen, Abaton Bistro – draußen

dazu 2 Lübzer Pils (gibts dort vom Fass und ist gar nicht so doof)
Reaktion: nach 30 min Atemwege dicht und ich fühl mich, als hätte ich Schnaps auf rezeptpflichtige Schmerzmittel gekippt, denke aber, die Bäume über uns sind schuld.


2) Kaffeetrinken und Sonnetanken, Abaton Bistro – draußen

Kaffee und Spezi, unter den selben Bäumen.
Reaktion: Keine.


3) Abendessen, Abaton Bistro – drinnen

dazu 1,5 Lübzer Pils, keine Bäume
Reaktion: Gleich wieder der Kopf dicht.


In Stuttgart hatte ich nach einem Gaffel (!) und zwei Stuttgarter Hofbräu zwar schon ein kleines bisschen das Gefühl, es geht los, bin dann aber sowieso auf Whiskey-Cola umgestiegen. Dagegen bin ich definitiv nicht allergisch.

Ich glaube, ich besorge mir mal einen Kasten Lübzer und einen Kasten Holsten. Zu Forschungszwecken. Oder ich lasse das mit dem Bier einfach wieder.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Immer schön beliebig

Aus der Produktgalerie von Ortofon, Artikel 11 von 14:

Ortofon Digibag
For DJs and Performers that need to bring a variety of tools and equipment to each performance (…) The Digibag can easily accomodate a laptop, audio interface, cables (…) special laptop sleeve (…)


Artikel 14 von 14:

Slipmats mit der Aufschrift Fuck CDs and MP3. Real DJs play vinyl.


Reife Leistung.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Plattenspielerei

Nicht immer nur scratchen? Er hier sucht ein liebevolles, neues Zuhause:



Holla at me.

Montag, 26. Mai 2008

Stakka Bo - The Great Blondino

Erinnert sich noch jemand an Stakka Bo? Nein? Der hatte 1993 mit "Here We Go" mal einen etwas zappeligen Konsumkritikhit. Danach ist er offenbar ziemlich weit hinten in der Schublade für One-Hit-Wonder verschollen.

Was ich sogar selbst für die letzten zwei, drei Jahre völlig vergessen hatte, bis gestern: Sein zweites Album "The Great Blondino" (1995) ist fan-tas-tisch. Etwas verträumter, aber aufgeräumter TripHop gone Pop für alle Lebenslagen und mit wirklich prima Songs. Hier der Titeltrack:



Auch "Softroom" stammt von besagtem Album. Auch sehr schön.

Obendrein gibt es sogar noch mehr unnützes Wissen, denn Stakka Bo, bürgerlich Johan Renck, ist inzwischen ein gar nicht so unwichtiger Musikvideoregisseur, u.a. für:

Madonna (Nothing Really Matters, Hung Up), Suede (She's In Fashion), All Saints (Black Coffee), New Order (Crystal, Krafty), Kylie Minogue (Love At First Sight), Beyoncé (Me, Myself And I), The Streets (Dry Your Eyes) und Robbie Williams (Tripping)
(Quelle, IMDB)


Dankesehr, weitermachen – ich drück auf Repeat.

Grand-Prix-Content 2008

Nur soviel: Wieso, zum Teufel, konnte Sebastian Tellier für Frankreich nur den 19. Platz (in Worten: Neunzehn!) erreichen? Das Lied, naja, aber für den Auftritt gibt es von mir hiermit die Aphex-Twin-Ehrenmedaille. Groß.

Das hätte auch gerne länger dauern können

Ach ja, ich bin übrigens wieder in Hamburg.

Stuttgart war toll: Eine rappelvolle Freitagnacht im Romy S. mit Ram und Emilio und dem wohl längsten Deutschrap-Clubset, das ich jemals feiern durfte (Fehdehandschuh!), eine laute Samstagnacht, drei Stockwerke unter der Erde im amtlich gefüllten und vor allem sehr angenehmen Tonstudio, und dazwischen reichlich Kaffee, Eier im Glas und Feuersee-Freaks. Aber das würde jetzt zu weit führen. Nur soviel: Bisher dachte ich immer, Omas, die Männer mit Regenschirmen kloppen, gibt es nur in Comics.

Weil ich es mal wieder geschafft habe, kein einziges Foto zu machen, muss als Symbolfoto dieser Screenshot von Emilios Myspace-Seite reichen, der sich sogar die Mühe gemacht hat, das Foto zu spiegeln, damit man uns auch nicht verwechselt.



(Im Original übrigens hierher.)

Danke! Danke, Emil für Einladung und Gastfreundschaft und Musik und eingelegte Paprika, Olli für Gesellschaft am Freitagabend und an Razor, Homes und den Tuttlingen-Mob fürs Rumkommen im Tonstudio. Auf bald.

Freitag, 23. Mai 2008

Ho, Ho, Ho

Am Haus schräg gegenüber hängt so ein kletternder Weihnachtsmann aus dem Fenster. Irgendwer ist hier im falschen Film.

Mein Film geht heute so: Gewuselt, gepackt, literweise Kaffee inhaliert und jetzt gleich in Richtung Flughafen. 19.40h lande ich auf schwäbischem Boden, um mir anschließend das Wochenende mit netten Menschen um die Ohren zu schlagen. Klingt für mich nach einem guten Plan.

Schüss!

Zelten mit The Prodigy

Do the Dance!



(via, Original)

Donnerstag, 22. Mai 2008

Hund nervt?

Einfach einlagern:

Hund

(Quelle: Flyer von Selfstorage – Dein Lagerraum)

Mittwoch, 21. Mai 2008

Das Gegenteil von gut

Was für eine bescheuerte Idee: Der Literaturdöner!

Reclam möchte nämlich jetzt "die Generation Youtube ansprechen" und hatte dazu mit JvM Neckar einen crazy zielgruppengerechten Einfall: "Statt des bekannten Fleischspießes dreht sich auf der Internetseite ein Döner aus Zitaten ausgewählter Werke." Man kann sich auch, voll cool, einen eigenen Döner zusammenstellen. Da müssen die jungen Leute ja ausflippen vor Hipness.

(via)

FlowinImmo Livemitschnitt

Das nenne ich mal Service: Das komplette Hamburg-Konzert, neulich im Logo, von FlowinImmo & Les Freaqz, hier im Tourblog in Bild und Ton. Inklusive Support, also bitte Ryoma gucken!

Sparring III - Das Festival

Für alle, die es noch nicht gelesen haben, für alle Nichtkölner und alle Kölner, die lieber zuhause bleiben: mixeryrawdeluxe.tv überträgt heute die verspätete Releaseparty von Olli Banjo, u.a. mit Marteria, Huss & Hodn, Laas Unltd. und vielen mehr. Alle Infos dazu hier. Online-TV-Raps!

Dienstag, 20. Mai 2008

Links! Rechts!

Braucht eigentlich irgendwer ein gebrauchtes aber brav funktionierendes Navigationssystem? Ich hätte da eins. Bitte melden.

Es kann so einfach sein

Habt alle viel Spaß bei Masta Ace. Mir reicht heute ne heiße Pizza, "Rising Down" und zwei neue Folgen House. Gute Sache.

Noch besser: Am Donnerstag bekommen wir endlich wieder Sitzmöbel fürs Wohnzimmer. Und am Freitag geht's für ein Wochenende nach Stuttgart, auf Einladung von Emilio. Me likey.

Kweli kommt

Und zwar schon bald:

talib kweli
talib kweli

Montag, 19. Mai 2008

Musikgeschichte revisited

Hihi. Apropos Shantel.

BILD.de sagte er: „Balkan-Pop ist mehr als ein Modetrend, es ist die größte musikalischen (sic!) Revolution seit Punk-Rock in den 70-ern. “


So schaut's nämlich aus.

Nur ein paar Eier ausleihen

Die Tatsache, dass das 15 Millionen Dollar teure Eins-zu-Eins-Remake von Funny Games demnächst auch in die deutschen Kinos kommt, nutze ich nur eben kurz für einen Reminder: Wer das österreichische Original noch nicht kennt, sollte sich warm anziehen, für den Rest des Abends keine Pläne machen und sich die ursprüngliche Version auf DVD anschauen. Das dürfte ausreichend entsetzlich sein. Und wahrscheinlich auch die überzeugendere Besetzung.

Crowdsourcing: Telefon-Kaufberatung

Irgendwann ist es soweit, da brauche ich ein neues Mobilfunktelefon (dt.: Handy). Und da es davon auf der Welt so unfassbar viele gibt, bitte ich hiermit die Intelligenz der Masse um beratende Hilfe. Bitte beratet mich. Schlagt mir tolle Telefone vor, die ihr besitzt oder kennt und die zu folgenden Punkten passen:

– Ich möchte endlich anständig Musik hören können. Das bedeutet:
–– ausreichend Speicherplatz
–– möglichst keine Festplatte, sowas geht nur kaputt
–– ein anständig bedienbarer Player mit Equalizer/Soundoptionen
–– Anschluss für einen Kopfhörer über Miniklinke! (notfalls Adapter)

– es kann Bluetooth

– es hat einen Terminkalender

– es steht in dieser Liste und kann sich mit einem Mac via iSync unterhalten (oder kann sonstwie auf Knopfdruck Kontakte und Termine mit einem Mac austauschen, eigene Software für OS X gibt Pluspunkte)

– ebenfalls Pluspunkte, wenn ich irgendwie komfortabel Musik draufschieben kann (Tipp: Jede Datei einzeln per Bluetooth gilt nicht als komfortabel)

– es ist noch neu erhältlich (1), z.B. bei Ebay-Händlern, und bezahlbar. Zum Vergleich: Einen 4GB iPod Nano bekommt man ab ca. 100 €, andere Player entsprechend günstiger, ein brauchbares Nur-Telefon auch schon fürs gleiche Geld. Das gilt es zu unterbieten.

– es ist merklich kleiner als ein 9300i (das ist einfach)

– vom Telefonieren erwarte ich nur Standards, MMS benutze ich nicht, ein Lautsprecher wäre nett, eine Kamera auch

– Internet/Email-Funktionalität ist zweit- bis drittrangig, Java-Programme sollten aber laufen


Gibt es sowas? Was ist dope? Was ist toll für mich? Sachdienliche Hinweise bitte in die Kommentare oder an me (ät) djmasterquest (punkt) de. Der siegreiche Tippgeber gewinnt irgendwann ein CD-Geschenkpaket meiner Wahl, versprochen!

(1) EDIT: Ohne Vertrag! Ich möchte meinen aktuellen Vertrag (Base) eigentlich ganz gerne behalten, also kein Providerwechsel o.Ä.

41.000 Euro und ein Verlobungsring

Ich warte ja schon ebenso lange wie vergeblich darauf, dass sich endlich ein deutscher Rapper als schwul outet. Aber Pustekuchen. Was bekommt man stattdessen? Die BILD outet einen DSDS-Kandidaten, um gleich am nächsten Tag betroffen über den Libanesen zu berichten: "Jetzt muss er um sein Leben bangen". Schlagzeilen und Bedrohungen, einfach selbst gestrickt.

So ähnlich geht es jetzt auch Sabrina Setlur: Zuerst behauptet eine Frau Linsenhoff, ehemalige Nachbarin und Zahnärztin von Sabs, dass Sabrina ihr noch 41.000 Euro schulde und völlig pleite ist. MTV.de berichtet das z.B. schon am 11. Mai. Ein paar Tage später kommt dann das Top-Nachrichtenportal von Guten Abend RTL Hessen mit einem Videobeitrag um die Ecke (1), in dem Frau Linsenhoff noch etwas eingefallen ist, dazu musste sie vermutlich etwas länger überlegen: Die ehemalige Schwester S sei lesbisch, die beiden seien verlobt gewesen, wollten auf Malle heiraten, alles ganz schlimm, alles ganz enttäuschend. Diesen Mumpitz scheint aber nicht mal die BILD zu glauben. Oder es nimmt einfach niemand wahr, was auf rtlhessen.de so verbreitet wird.

Bleibt wohl nur die Hoffnung, dass vielleicht Lady Bitch Ray schwul ist.

(1: via Falk, Danke!)

Sonntag, 18. Mai 2008

Abgang

Viertel vor fünf, Bucovina Club. Shantel packt seine Sachen, legt eine Mix-CD ein, geht von der Bühne und verlässt mit Gage und Koffer den Club. Zurück lässt er geschätzte 100 Leute auf der Tanzfläche, die erst nach und nach kapieren, dass der Mann wohl heute nicht zurückkommt. Man kann es so schön einfach haben als DJ Entertainer.

Ich hingegen habe nebenan 6 Stunden lang aufgelegt, also so richtig, und bis auf die Frau, die fand, "Lenny Kravitz würde jetzt doch gut passen", war auch alles toll. Danke für die Nudeln und die vielen Props – und jetzt muss ich mich erstmal weiter ausruhen.

Freitag, 16. Mai 2008

Live im Kraftwerk - letzter Teil

So. Um den Versuch einer Kraftwerk-Themenwoche hier würdig zu Ende zu bringen, habe ich noch ein paar charmante Liveschnipsel gesammelt, die aus der klassischen Kraftwerk-Phase stammen, als nur noch elektronische Instrumente eine Rolle spielten, sprich: Ab "Autobahn".

Das spielten sie damals auch als konzentrierte junge Herren in Anzügen bei Top of the Pops in England. Achtung, totaler Synth-Pr0n und Geek-Alarm, spätestens bei den stark nach Alufolie aussehenden elektronischen Drumkits:


Zur Veröffentlichung von "Mensch-Maschine" besuchten Ralf, Florian, Karl und Wolfgang die Sendung "Rock-Pop" im ZDF, deren Moderator sich sehr darum bemüht, alles unter Rockmusik einzusortieren – mit den frühen Roboterpuppen und einer perfekt ausdrucklosen Performance.


Youtube bietet noch massig Konzertausschnitte, gerade jüngeren Datums, die sich aber immer mehr gleichen: Das Equipment wird letztlich auf Laptops und wenige Controller eingedampft, und wenn man Pech hat, stehen da noch nicht mal Menschen, wie z.B. beim Opener vom SonneMondSterne 2006. Und gejubelt wird trotzdem. Hübsch anzusehen ist "Aerodynamik", 2003 bei den MTV EMAs, und auf jeden Fall lohnt sich die Anschaffung von "Minimum-Maximum": Die Liveversionen von der 2005er-Tour sind viel schöner modernisiert als die Remixe von 1991, und auch die DVD scheint sehr aufwändig gemacht.

Als Rausschmeißer gibt es aber meinen Lieblingsclip: 1981 in Utrecht wagt die Band sich, bewaffnet mit lustigen kleinen Gerätschaften, tatsächlich an den Bühnenrand, um "Pocket Calculator" zu spielen, und, man glaubt es kaum: Sie bewegen sich! Sie tanzen und zappeln! Und manchmal, ganz versehentlich, sieht man sogar ein Grinsen. Toll, oder?


(Bonustrack: Schweizer Fernsehmenschen sprechen von "chnöpfli-drückenden Musikern" und unterhalten sich mit Robotern, die für 1992 eine neue Platte ankündigen. Auch interessant.)

Bisherige Kraftwerk-Posts: 0, 1, 2, 3.

In Soviet Russia, screw drives YOU!



Überschrift und Content von hier geklaut. Ob ich das mit meinem Führerschein fahren darf?

Bacon – I call it God's currency

Schön und lehrreich: Der Tour-Rider der Foo Fighters. (Fortsetzung des noch viel besseren Iggy-Pop-Riders, der vor geraumer Zeit mal kursierte.)

(via)

Donnerstag, 15. Mai 2008

Das frühe Kraftwerk: Live

Um den Geekfaktor etwas zu steigern, wollen wir uns heute in der Kraftwerk-Themenwoche mit Live-Footage befassen, und zwar gibt es ein paar Fundstücke aus der Zeit, bevor alles komplett elektronisch wurde: Die frühen Kraftwerker, mit richtigen Instrumenten und teilweise sogar unrasiert.

Von "Kraftwerk 1" stammt "Ruckzuck", damals noch sehr krautrockig und wild und, WDR sei Dank, mit schönen Schnitten ins Publikum:


Durchaus Proto-Techno: Kraftwerk spielen "Rückstoßgondoliere" im Beatclub, damals vorübergehend ohne Hütter und mit Klaus Dinger und Michael Rother (1), die kurz danach Neu! gründeten.

Kraftwerk - Rückstoßgondoliere 1971 Teil 1/2 - MyVideo

1973 veröffentlichten Kraftwerk "Ralf & Florian", das – naheliegend – von Schneider und Hütter im Alleingang eingespielt wurde, produziert von Conny Plank und mit etwas Artwork von Emil Schult, der später auch musikalische Beiträge leistete. Auf diesem Album tauchte auch zum ersten Mal ein früher Vocoder auf, der 2006 tatsächlich bei Ebay verkauft wurde. Für lockere 12.500 Dollar. Dazu spielten sie "Tanzmusik" im Studio von "Aspekte":


Morgen mehr. Mit mehr Strom.


(1) Michael Rother war später auch Mitgründer der von mir sehr gefeierten Ambient-Krautrock-Supergroup Harmonia. Eigentlich ein völlig anderes Thema, aber hier kann man sich die glückliche-Zombies-im-Sonnenuntergang-Hymne "Deluxe (Immer wieder)" in Ruhe zu Gemüte führen, viel später auch mal hübsch von den Secret Machines gecovert.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Nicht euer Ernst, oder?

Der eingegebene Text ist zu lang!
Die Nachricht kann maximal 11 Zeilen mit jeweils 36 Zeichen enthalten.


Sagt mir das Kontaktformular im Onlinebanking-Portal der Hamburger Volksbank. Habt ihr noch BTX oder was? Argh.

My Wax: Kraftwerk – Nummern

Ich und Kraftwerk, Kraftwerk und ich. Ein schöner Anlass für eine neue Folge My Wax.

Mein erster Kontakt mit Kraftwerk war, wie wohl bei den meisten, "Das Modell". Zwar ist der Song, genau wie ich, Jahrgang 1978, aber als die wohl zugänglichste, kompakteste, naja: songhafteste Nummer von Kraftwerk war das Stück vermutlich das einzige Stück, das man auch später noch hin und wieder im Radio hören konnte. Das besaß ich dann auch irgendwann als Single, und zwar mit der englischen Version auf der B-Seite und "Das Model", mit nur einem l, geschrieben.

Etwa zur gleichen Zeit, 1991, erschien dann "The Mix", eine Art technoides und rückblickend nicht sehr spannendes Remix-Album, bei dem Kraftwerk zum ersten Mal den seltsamen Eindruck machten, aktuellen Sounds hinterherzuhecheln, als meilenweit voraus zu sein. Das hatte ich tatsächlich als Cassette. Noch dazu fand ich im Plattenladen die "Radioactivity" / "Antenna"-Single, und zwar die sphärischen 1975er Originalversionen, nicht die Remixe, die ich von "The Mix" kannte. Ich war so um die 14 und leicht verwirrt ob dieser Musik. Aber neugierig.

In den Jahren danach habe ich mir irgendwann eine Reissue von "The Man-Machine" besorgt, die mich endgültig vom Sound dieser Band fasziniert hat. Wie Musik so emotionslos und gleichzeitig so seelenvoll sein kann, ist mir eigentlich bis heute nicht ganz klar, die Rhythmik, die Sounds, die Themenwelt, das alles hat mich schnell gepackt und dazu gebracht, mehr und mehr hören zu wollen.

Und natürlich bin ich auch über Bambaataas "Planet Rock" und die dort benutze Kraftwerk-Melodie gestolpert, als ich angefangen habe, mich mit dieser ganzen HipHop-Sample-Sache zu befassen. Bis heute dürften "Trans-Europa Express" und die "Mensch-Maschine" meine liebsten Kraftwerk-Platten sein, wenn es um Konzepte, Kompisition, Melodien geht, aber das 1981 erschienene "Computerwelt" ist auf eine ganz andere Art faszinierend.

"Computerwelt" legte noch mehr Wert auf elektronische Percussion als die Vorgänger, das Sequencing und der komplette Sound waren ein riesiger Schritt nach vorne und haben alles, was sich später Techno nannte, letztendlich vorweggenommen. (Und nebenbei wurde "The Model" erst als B-Seite von "Computerwelt" international zum Hit.)

Was recht selten erwähnt wurde: Afrika Bambaataa hat, als er mit "Planet Rock" den klassischen Electro-Funk und die auf Drumcomputern basierende Rapmusik mehr oder weniger erfunden hat, nicht nur auf die Melodie von "Trans-Europa Express" zurückgegriffen, sondern auch für den Beat stark nach Düsseldorf gelauscht. Bitte checken: "Nummern". Das härteste Stück Funk, das Kraftwerk je abgeliefert haben.



("Nummern" geht auf dem Album in "Computerwelt 2" über, deswegen der Fade am Ende. Aber auch "Taschenrechner", "It's more fun to compute" und der ganze Rest sind, ehm, fuckin' awesome.)

Dienstag, 13. Mai 2008

Things that make you go hmm

Randolph vs. Roberto

Links: Randolph, 2007. Rechts: Roberto Blanco, 1972. Who's spooky?

Die Mensch-Maschine

Dieses Blog braucht, wie fast alle Blogs, mehr Kraftwerk-Content. Ich wollte schon die offizielle Kraftwerk-Woche auf djmq.de ausrufen, aber vielleicht fällt mir ja schon übermorgen nichts mehr ein.

So oder so: Heute gibt es zwei schöne kleine TV-Dokus über das klassische Kraftwerk-Lineup. Die erste wurde 1982 vom ORF produziert, bevor Kraftwerk mit "Computerwelt" auf Tour gingen, und beinhaltet neben obskuren Liveaufnahmen ein Interview mit Ralf Hütter – auch nicht gerade alltäglich.
Sehen: Part 1 / Part 2

Das schwedische Fernsehen hat sich 2001 ausführlich mit Karl Bartos und Wolfgang Flür über Düsseldorf, Radfahren und Afrika Bambaataa unterhalten.
Sehen: Part 1 / Part 2 / Part 3

Jamie Lidell in 5 Wörtern

Was für ein grandioser Irrsinn.

Samstag, 10. Mai 2008

Du bist nicht Gangster, du bist StudiVZ

Aber hallo. Keine Ahnung, wann ich zum letzten Mal so zufrieden von einem Deutschrap-Ding nach Hause gekommen bin wie gestern von Marteria und Huss & Hodn. Der eine mit ordentlich Elektrorap und Marsimoto im Gepäck, die anderen beiden mit der schönsten Anti-Show und den härtesten Punchlines weit und breit. Hardcore Rap.

Die hätten wirklich mal ein ausverkauftes Grünspan verdient, verdammt.

Und jetzt: Sonne! Schnell nen Kaffee und dann im Bunker aufbauen.

Freitag, 9. Mai 2008

Please Stand By

Sonne. Hafengeburtstag. Schiffe. Menschen. Grillspeisen. Gästelisten hier und dort. Huss & Hodn. Marteria. Acknowledge. Assotos. Blockparty. Jamie Lidell. Kleingeld. Memory Club Aufbau morgen ab 11. Flyer. Mails. Myspaces. Newsletter. Mehrfachstecker. Kaffee. Zeit. Hirn?

Hier ist gerade etwas Overload.
Wir sehen uns morgen, Leute.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Des Nachts

… kommt der Skar und erfreut die Welt durch, O-Ton und für wahr befunden: 1 stunde elektronisches: minimal, technoid, angeravet, deep und gut!

"Endless Nights" hier zum Download.

In other news: FlowinImmo Videopremiere drüben bei Hamburgfunk.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Denn man tau

As well as paying homage to Brown on his latest album, Wesley will this year partake in two international concert tours to honour the late, great Godfather. The first, entitled Still Black, Still Proud has been organized by Brown's former saxophonist Pee Wee Ellis. The tour will see Ellis and Wesley tour Europe with a fleet of acclaimed African musicians.

The second, arranged by Brown's superstar bassist Bootsy Collins, will visit more than forty cities across Europe and America. "Bootsy took it really bad when James passed," says Wesley. "He wants to do something to enhance the legacy of James Brown." The tour will see former James Brown musicians such as Collins, Wesley, and the Godfather's drummers Clyde Stubblefield and Jab'O Starks unite with modern-day proteges, including Chuck D and Afrika Bambaataa.


(Quelle)

Den Mund voller Funk

Groß – und erinnert mich daran, dass ich Michael Fakeschs Album letzten Sommer nicht gekauft habe, obwohl ich es immer wollte. Nachholen.



(via)

Mit der Überschrift nicht gemeint, trotzdem aber unverschämt funky und immer wieder für einen tollen Abend gut: FlowinImmo & Les Freaqz (Tour hat gerade angefangen, hingehen!) und Ryoma, die ich heute zum ersten Mal gesehen habe und die mehrere Daumen nach oben verdient haben.

Obwohl nur Typen auf der Bühne stehen.

Das kapiert man jetzt nur, wenn man ein Immo-Konzert besucht.

Dienstag, 6. Mai 2008

Dann ist es wohl amtlich:

Kurze Hosen. Sommer.

Sommer

Wäre ich ein Mädchen, müsste ich allerdings schwarze Leggings unter einem Jeansrock tragen. Scheint jetzt Vorschrift zu sein.

Montag, 5. Mai 2008

Die Rapper, die Rapper

Der ZEIT-Artikel, über den ich hier schrieb, ist jetzt online.

Die Verschlagwortung "Jugendkriminalität, Gangsta Rap, HipHop, Musik" – in dieser Reihenfolge – ist eigentlich schon eine recht gute Zusammenfassung.

Wer sich eher für gute Rapmusik interessiert: Morgen Ryoma & FlowinImmo. Freitag Huss & Hodn und Marteria. Ha!

Sonntag, 4. Mai 2008

Gangstas don't die

… they just move to Miami.

Jetzt wo ich es endlich mal höre, während draußen der Frühling wütet und Hamburg sonnengeflutet daliegt, ist Snoops "Ego Trippin'" ganz viele Dinge: Voller simpler Synths, voller 80s-Singsang und abgeschmackter Themen. Vor allem aber macht es verdammt gute Laune, hat erfreulich viel Soul in Produktionen von DJ Quik und Teddy Riley, ist genauso sonnig wie dieser Sonntag – und in seiner Gesamtheit so schön anders, dass man sich vielleicht doch an den Gedanken gewöhnen muss: Snoop ist ein kleines bisschen erwachsener geworden. Und trotzdem will er eigentlich nur spielen. Was wäre ein besserer Beweis dafür als dieses Album zwischen dem überdrehten "Sexual Eruption" und der Everlast-Kollabo-Countrynummer "My Medicine"? Liebenswert.

Lesestoff: Michael Palin in der SZ.

Samstag, 3. Mai 2008

Nicht anfassen

Also meinetwegen kann Bus-A-Bus noch ewig weiter Platten machen, wenn er immer wieder solche Dinger abliefert. Diesmal atemlos als Feuerwehrmann auf mordsfettem Funkloop: Busta Rhymes - Don't Touch Me (Throw Da Water On 'Em).

Donnerstag, 1. Mai 2008

Hübsch heute

Fenster zum Hof 1
Fenster zum Hof 2

Ich glaube, ich schau mir Kollegah heute mal nicht an. Dafür bin ich zu entspannt. Der Maitanz letzte Nacht war auch ziemlich schwungvoll, morgen kommt DJ Riz, und und und … Guter Tag für ne Pause. Soundtrack dazu: QOTSA und Sabbath, Jazzy Jeff und Pharoahe Monch. Right on.

Klickfutter

Ich weiss ja, dass ich illusorische Ansprüche stelle. Wieso sollten boulevardeske Massenmedien auch einen Fick auf den guten Geschmack geben. Aber die Berichterstattung über den Herrn Fritzl, der bis gestern noch F. hieß (wenn schon die Kampusch sagt, die Kinder brauchen eine neue Identität, dann kann man auf die Anonymisierung offenbar gut verzichten), ist mal wieder von vorne bis hinten derart schlecht als Journalismus getarnter Voyeurismus, dass es nicht mehr feierlich ist.

Aber andererseits ist wohl nichts pervers genug, um nicht noch via Bildergalerie für ein paar Klicks verwertet zu werden.



Da mutet es fast schon niedlich an, wenn die Onlineausgabe der ZEIT einen Artikel über den "Kampf um Klickzahlen" auf ganze fünf Seiten – zum Weiterklicken – zerhackt.

Ihnen stößt wahrscheinlich das "Ficken" auf.

Für massive Langeweile (haha) oder feiertagsbedingte Leselust: Im Dossier der aktuellen ZEIT befassen sich Jana Simon und Stefan Willeke auf faire und recht unpeinliche, aber trotzdem nicht besonders erhellende Weise mit Massiv und Joe Rilla und ihren Auswirkungen auf die deutsche Jugend. Kennt man ja nun alles schon. Leider vergessen die Autoren, die "Rap" sagen, wenn sie "Gangsta-Rap" meinen, darauf hinzuweisen, dass HipHop in Deutschland nicht nur aus den beiden besteht, dafür haben sie aber wenigstens darauf verzichtet, Lady Bitch Ray zu Wort kommen zu lassen. Das ist ja schon mal was wert.

Was ich nicht wusste: Der Mann, der vor Lifeforce der DJ von DCS war und über Jahre hinweg fantastische Nummern (mit-)produziert hat, nebenbei dem DJ Eff sein Bruder, ist nicht nur Anwalt (das sind ja fast alle bei DCS, siehe auch Banjo-Interview neulich), sondern tatsächlich der Anwalt, der Aggro Berlin vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vertritt:

Die Leiterin mischt sich ein: "Es ist immer das Gleiche beim Hip-Hop. Alles ist verbal gemeint, und wir verstehen es meistens falsch." Bießmann geht nicht darauf ein, er sagt: "Bei dem Titel Fick Dich stößt Ihnen wahrscheinlich das 'Ficken' auf. Das ist nicht wörtlich zu verstehen. Es ist keine Aufforderung zum Geschlechtsverkehr."

(…)

"[Penner] ist kein Synonym für Obdachlose. Es ist ein abwertendes Wort für jemanden, der nicht up to date ist. Ich benutze es auch im privaten Gebrauch. Womöglich haben Sie es auch schon mal gesagt?" "Nein! Ich finde es nicht lustig." "Sie sind nicht die Zielgruppe!"


B-Tight landet natürlich trotzdem auf dem Index. So ähnlich habe ich mir das immer vorgestellt, wenn die Moralwächter am Werk sind, um die Jugend vor Dingen zu beschützen, die schon seit Monaten auf dem Markt sind.