Montag, 31. März 2008

Dringliche Schamhaarfragen

Ernst gemeinte Frage: Hat eigentlich irgendjemand mal tatsächlich einen Song von Lady Bitch Ray gehört? Macht sie überhaupt welche? Und ist Ray überhaupt ein Name für Frauen?

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die hochprovokante Ulknudel nur vom Spiegel alle drei Wochen als Rapperin, Frau oder sonstwas Kontroverses aus dem Hut gezaubert wird, was dann widerum andere Medien dazu bewegt, sie auch für eine solche zu halten und stellvertretend für alle Rapperinen/Frauen zu Wort kommen zu lassen. Letztlich fasst die ZEIT das sogar mit den Worten "Der Spiegel widmet sich dem deutschen HipHop" zusammen, was ein bisschen so ist, als wolle man aus einer Milchschnitte die Zukunft des globalen Boxsports lesen.

Erinnert mich immer an den Fall dieses abseitigen D-Liga-Raplabels, das nach einer Hausdurchsuchung, bei der Waffen gefunden wurden, plötzlich überall symbolisch für die Gewaltbereitschaft der deutschen HipHop-Szene stand.

(Eigentlich schreibe ich das natürlich nur a) aus Neid und b) um endlich in den Google-Ergebnissen für "Lady Bitch Ray" aufzutauchen)

Frag deinen DJ II

Freitagnacht im Loft:

"Kannst du mal was von Michael spielen?"
"Michael?"
"Jackson!"
"Nö."
"Aber spiel doch mal was zum Tanzen!"
Ich deute auf das tanzende Paar hinter ihr.
"Ja, aber darum gehts doch gar nicht!"
"Sondern?"
"Das sind doch nur zwei. Das ist doch ne Demokratie hier!"
"Ich glaube, da hast du was falsch verstanden."


Kurz vor Schluss, als wir gerade recht deutlich und uptempo Broken-Beat-Kram geklöppelt haben, hat sich dann auch noch jemand Pink Floyd gewünscht. Aber ich lege Wert auf die Feststellung, einen sehr, sehr guten Abend mit Phil gehabt zu haben. Bald wieder.

Das Wochenende als Top 5

1. Cymande - Dove
Wenn zehn Minuten dir noch nicht genug sind, weisst du, dass du es mit einem ganz besonderen Song zu tun hast.

2. Curtis Mayfield - Mighty Mighty (Spade and Whitey)
Die Liveversion. Erkenntnis: Wünsche nach Curtis Mayfield kann man immer erfüllen.

3. Masekela - A Night in Tunisia
Morgens um 8, zum runterkommen: Das "I Am Not Afraid"-Album.

4. Cynthia Richards - Jungle Fever
Restlos bekloppte Version mit übertrieben sleazigen Vocals, die sich anhören, als wären sie in einer leeren Lagerhalle aufgenommen worden.

5. V.A. - Mocambo Funk Forty Fives
Ich habe mein Geburtstagsgeschenk bekommen!

Leider fehlt in dieser Top 5 alles, was Philarmonix Freitagnacht gespielt hat, weil ich mir schlichtweg nichts merken konnte. You rule, bro.

Freitag, 28. März 2008

Hamburgfunk und der Alkohol

(…) geben sich im Loft uns Master Quest und Philarmonix die Ehre und sorgen mit guter Musik für gesparte Heizkosten. Der Eine mit Neigung zu Disko-Cola und mächtig rollendem Funk (…)

(…) Das Ergebnis dürfte nüchtern betrachtet für hochkarätige Rauschzustände musikalischer Art sorgen.


… oder …

Ausgefallene Wünsche, eine Standleitung zur Bar und Gäste die man nicht kaufen kann vermengen sich zu einem Erlebnis, das zwischen Sommerwiese und Fear and Loathing in Las Vegas pendelt. Der Soundtrack ist auf jeden Fall fantastisch und für Vernunftmenschen gibt es an der Bar auch Saft. Als Ehrengast tritt kleinski aus Köln auf den Plan und hinters Mischpult, es wird also bunt und geschmackvoll erklingen, während die Spirituosenbehältnisse klirren.


Manchmal glaube ich ja, Jazzket hat Vorurteile. Oder doch tatsächlich ein Alkoholproblem.

Letztendlich spricht das aber doch alles für ein ziemlich tolles Wochenende: Freitag mit Philarmonix bei Soul Heaven im Neidklub Loft, Samstag mit kl1ki in der Mandarin Bar (Return of the Break Fööss!) und danach noch um die Ecke zu den Fingerprints pilgern - kann man doch alles machen.

Und wer will noch auf die Liste für Freitag? Mail an mich bidde.

Mittwoch, 26. März 2008

Die Offenbarung

1. Miss Platnum spricht natürlich in Wahrheit bestes, akzentfreies Deutsch und ebensolches Englisch.

2. Die Band von Miss Platnum besteht aus Mietmuckern, die okay über sowas wie ein Drittel-Playback spielen. Der Mann an der Trompete bewegt sich wie Erkan und Stefan.

3. Herdplatte auf Zweitens "Marry Me" funktioniert ohne Peter Fuchs nicht mehr besonders gut.

Aber auch wenn das Ganze offensichtlich nicht viel mehr mit Rumänien am Hut hat als ich: Trotzdem eine anständige Live-Show, guter Sound und unterhaltsames, trendiges Balkangehopse, das mir auf der Bühne deutlich besser gefällt als auf Platte. Sollte man sich durchaus mal anschauen, wenn man kann.

Die Wahrheit über Aliens und deren Plattensammlung

Wie die meisten Wahrheiten: Nur bei Wulffmorgenthaler.

(Danke, Manu)

Dienstag, 25. März 2008

Byte me

Ich laufe ja heute Nacht wieder mal bei byte.fm. Und das ist eine sehr gute Sache. Bitte den Weltempfänger in Richtung Bunker ausrichten!

Montag, 24. März 2008

Das Ostermedley meiner Nachbarn

Zuerst verzweifelter Kampf gegen den vierten Akkord auf der Gitarre.
Dann …

TNT.
All Night Long.
Under Pressure.
Crosstown Traffic.

Dann …

Girls Just Wanna Have Fun.
I Just Called to Say I Love You.
Boys Don't Cry.

Bis zum letzten Ton, allesamt. Argh!

Kurz Funky Cold Medina.
Another One Bites the Dust.
Girls Just Wanna Have Fun.
Nochmal.

Ich weiss ja nicht so recht.

Sonntag, 23. März 2008

Mashup-Food

Wenn man die Fleischfrau ignoriert – und das ist schwer, gebe ich zu – dann ist das hier auf jeden Fall das blödeste Produkt seit langer Zeit.

(Bitte auch die ganze Serie beachten.)

Samstag, 22. März 2008

Kuchenpix

Das ging ja schnell wie der Blitz - massig Fotos hier.


(Alle Fotos von Hannes Piltz)

Nach dem Kuchen ist vor der Platte

Oder so irgendwie. Ich bin wieder zuhause, geduscht und entspannt, und während Suppe schon gleich wieder loszieht, dreht sich bei mir das Rhythm Combination & Brass Album, dass mir Block Barley netterweise verkauft hat und läutet den Feierabend ein.

Jedenfalls: Das war toll! In vielerlei Hinsicht noch eine klare Steigerung zu unserer Premiere und ein guter Grund, diese Sache weiter zu verfolgen. Danke an meine fantastischen Partners in Kuchencrime, an unsere tollen Händler, an die zahlreichen Gäste, an die formidablen Damen vom Waffelgrill und natürlich an die Paten, Disco Diamant. D a n k e.

Der hier muss übrigens auch noch verewigt werden:



Richtige Fotos gibt es dann demnächst.

Und was ich noch erwähnen wollte: Nachdem ich ja im letzten Jahr von Mr. Moneypenny nicht so ganz begeistert war, waren die Herrschaften am Donnerstag im Kasino um so überzeugender. Das war eine richtig gute (Cover-) Show. Der Abend endete dann damit, dass ich mich spontan auf der Privatfeier im Hinterzimmer als Rave-DJ aufgedrängt und die Party noch bis 5 schön laut zu Ende gebratzt habe. Was sehr, sehr spaßig war. Und ermüdend, jawohl.

Gute Nacht und Frohe Ostern!

Kuchenplattenaufbauliveblogging





Tee minus 72 Minuten. Dann kommen die Händler. Wohl.

Mittwoch, 19. März 2008

The Hard Sell

Troy McClure Dieser Film erklärte zu Beginn der "The Hard Sell"-Show von DJ Shadow & Cut Chemist, was diese Männer da so treiben, warum sie es tun und was daran so interessant ist.



Natürlich war die Show dann noch deutlich sehenswerter als der Film, aber bevor ich jetzt hilflos versuche, zu beschreiben, was für einen de- und rekonstruktivistischen Musique concrète-Irrsinn diese beiden Herren da auf die Bühne gestellt haben, besorgt euch lieber die DVD (die ich auch gerne hätte). Die Handyfilmschnipselchen auf Youtube von den bisherigen Shows sind nämlich, bis auf das und das, auch eher wackeliger Käse.

On the Corner

Auch wenn beispielsweise Joe Zawinul sicher nicht als Schüler von Miles Davis zählt und auch mit den Headhunters nichts zu tun hatte …

Auch wenn es von grober Verwirrung zeugt, "On the Corner" unter Ambient einzusortieren …

Auch wenn es schlichtweg ignorant ist, Teo Macero in diesem Zusammenhang nichtmal zu erwähnen …

… immerhin schreibt mal wieder jemand über das kantigste und vielleicht aufregendste Album aus Miles Davis' elektrischer Phase.

Dienstag, 18. März 2008

Neues von der Musikmesse

Die digitale DJ-Revolution macht vor nichts halt:



Ich überspiele schon mal meine Serato-Timecodeplatten auf C-60-Tapes. Dope.

(via, danke Tim)

Montag, 17. März 2008

Abfahrt

Puh. Vom Wattgucken an der Nordsee direkt ins ausverkaufte Uebel & Gefährlich zu kippen, um Shadow und Cut Chemist bei hochgradig bizarren und musikalischen Nerd-Dingen zu beobachten, ist doch ein beachtlicher Kulturschock. Aber ein lohnender, zweifellos.

Mit Anlauf Hustle IV Society und Marcellos Hamburgbesuch verpasst.

Und nun erwarten Kuchenplatte, Memory Club, mein geschundenes Konto und mein neuer alter Receiver meine - ungeteilte - Aufmerksamkeit. Könnte man dabei nicht New Amerykah im Dauerloop hören, könnte es fast in Hektik ausarten.

Frisch ans Werk.

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Now playing: Erykah Badu - Master Teacher

Montag, 10. März 2008

Das Fernsehen ist gerettet

Wer braucht noch ein echtes Leben, wenn es allen Ernstes solche Serien gibt?

Mehr Flyerei

Am 20.3. bin ich hier. Tanzen erlaubt:

Mr. Moneypenny

Kuchenplatte, die zweite - am 22.03.



Der gemütliche Indoorflohmarkt für Platten und Klamotten bei Kaffee, Kuchen und frischen Waffeln geht pünktlich zu Ostern in die zweite Runde. Und für Dich ist auch noch Platz:

Infos und Anmeldung unter HAMBURG.KUCHENPLATTE.DE

Harter Tag im Büro?

Dann schau erstmal, wie busy die Roots bei der Arbeit sind:



Beeindruckend ruffer Hardcorescheiß, den die Jungs da ihrem nächsten Album vorausschicken, siehe 75 Bars. Und dabei sollte man nicht vergessen, dass diese Typen um Black Thought und ?uestlove mittlerweile seit 20 Jahren spielen und ganz nebenbei Köpfe wie Scott Storch und Rahzel auf den Weg gebracht haben. "Rising Down", das ?uestlove als musical equivalent of 'Blade Runner' bezeichnet hat, soll am 29. April auf Def Jam erscheinen.

Und bis dahin hören wir bitte auch nochmal Distortion to Static, 1994.

Samstag, 8. März 2008

Fleischeslust

Worst Geschenkidee ever.

Und von dem Kaliber gibt es noch viel mehr. Nur für Hartgesottene.

Mir ist ein bisschen schlecht.

[EDIT, 26.06.08: Dafür war die Welt noch nicht bereit: Die Fleischfrau musste gehen. Und der Fleischmann auch. Wir sagen zum Abschied leise … Schnitzel.]

Mittwoch, 5. März 2008

MTDB - Urlaub mit Erykah

So, ich habe mich dann mal zu einem Appetithäppchen durchgerungen: Hier gibt es die letzten knapp 80 Minuten (inkl. Bonustrack) von Music to drink by aus der letzten Freitagnacht, kurz vorm Morgengrauen. Irgendwann gegen Ende sind Übergänge dann auch eher wurscht, aber die Musik ist doch ganz gut, finde ich.

Viel Spaß:

Download MTDB 29.02.08, Part 6


Symbolfoto: Attersee (von Paraflyer, CC)

Montag, 3. März 2008

Materialfülle

Gut 5 Stunden habe ich Freitagnacht im Mandarin aufgelegt, in deep concentration, und noch dazu habe ich alles komplett mitgeschnitten. Der Haufen Musik wird gerade in halbwegs sinnvolle Häppchen unterteilt, es wird ein wenig am Sound rumgedoktert und dann schauen wir mal, wann es das wo zu hören gibt.

Teo Macero: R.I.P.

Teo Macero, Musiker, Produzent, Studiotechnik- und Jazz-Visionär, ist schon am 19. Februar gestorben (und ich lese es erst jetzt). Wie weit draußen seine Cut-and-Paste-Techniken als Vorläufer heutiger Sampling- und Sequencing-Verfahren schon Ende der 60er waren, siehe In A Silent Way, kann eigentlich gar nicht genug geschätzt werden.

Nachruf im Guardian.