Samstag, 6. Dezember 2008

It takes a nation of Hamburg - P.E. live

"Public Enemy? Die gibt's noch? Die fand ich ja damals echt scheiße. Mein Sohn hat die immer gehört."
(unser Taxifahrer auf dem Weg zur Großen Freiheit)

Selten habe ich so wenig von einem Konzert erwartet wie gestern von Public Enemy. Und ich glaube, ich wurde noch nie so gewaltig eines Besseren belehrt wie von den Herren Chuck D und Flava Flav im Alter von 48, respektive 49 Jahren, die schon 1987 auf der selben Bühne standen, als sie gerade ihre erste Platte veröffentlicht hatten. Da war ich 8.

Zum zwanzigjährigen Jubiläum von "It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back" stand zuerst das komplette Album auf dem Programm, von Anfang bis Ende, inklusive aller Skits und "Terminator X to the Edge of Panic", das von DJ Lord würdevoll übernommen und offenbar in den letzten 20 Jahren nie live gespielt wurde. Und jetzt schauen wir mal bitte zur Erinnerung eben auf die Tracklist: Da taugt zweifellos jede einzelne Nummer, um einen wahnsinnig zu machen. Mit einer nicht besonders virtuosen, aber hart rockenden Band werden PE also auch 2008 dem Ruf "Bring the Noise" mehr als gerecht: herrlicher Krach. Die Große Freiheit tobt. Moshpit. Chuck ist heiser, aber nicht zu stoppen. Flav spielt Drums, geht stagediven, lässt sich feiern – ich könnte dem one and only Hypeman auf der Bühne stundenlang zuschauen.

Von weiter vorne sah das so aus (Achtung, eklig laut):



Als die Zwei-Stunden-Marke in greifbarer Nähe ist und das Album längst abgehandelt, wollen sie es nochmal richtig wissen: "Shut 'em Down", "Fight the Power", "Public Enemy No. 1". Abriss. Alles aus, wirklich. Nach fast zweieinhalb Stunden und einem launigen Monolog geht Flav als letzter von der Bühne, sichtlich ungern. Und ich bin wieder Fan.

Deswegen schauen wir uns jetzt noch einmal "Shut 'em Down" in einer Liverversion von 2003 an …



… und das aktuelle "Harder Than You Think".



(Danke an Marc Hype, ohne dessen Bericht aus Berlin ich vermutlich zuhause geblieben wäre.)

Kommentare:

  1. ich sag mal....yeeeaaaaahhhhhhh booooyyyyyyyyyy!
    geilet ding wars!

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  2. Yehaw. Danke für den Hinweis in damh. Mannheim morgen ist eine echte Option.

    Wie war das Publikum in Berlin? Mannheim tippe ich mal stark armed forces lastig.

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  3. Aber es heißt doch: "Don't believe the hype!" ;-)

    Spaß beiseite: Wäre verdammt gern hingegangen und ärgere mich auch, dass es nicht geklappt hat aber, keine Chance, meinen Termin los zu werden...

    Na ja, vielleicht klappt das ja doch noch mal - die Hoffnung stirbt nach Flavor, heißt es doch auch, oder?

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  4. @kleinski: Flavor will never die.

    @krustyDC: Publikum in Berlin? Das Publikum in Hamburg war zwischen 18 und 50, zwischen Oberstufe, Büro und Billardkneipe – und am Pogen … :)

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  5. Oh, Mann!
    Meine Erwartungen waren so niedrig, dass ich meinen Arsch erst garnicht hochbekommen habe.

    Schade, schade, schade.
    Fugg! Wenn ich diese Stimmen von den Beiden höre, werd ich wieder Jung und hab die Lasche meiner Cons draussen.

    Geiler Spruch vom Taxifahrer btw.

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  6. Hamburg meinte ich. Berlin? Wer hat hier Berlin gesagt? ;)
    Habs nicht nach Mannheim geschafft. Wenn Freunde Frauen haben...
    Nächstes mal frühzeitig und laut rufen bitte :)

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