Freitag, 29. August 2008

Die Damenwelt

Hafenklang Exil, gestern, We B*Girls. Großes Hallo. Eröffnet hat den Abend in Sachen Livemusik Eternia aus Kanada (hier mit Wordsworth), die mich nicht so ganz umgehauen hat. Solide Rapstyles, anständige Beats, nix Wildes, nix Schlimmes. In einem High School-Film hätte sie wohl das Lacrosse-Team der Girls angeführt und über die Cheerleader gelästert. (Ich war im Schüleraustausch damals bei einer Lacrosse-Spielerin, ich weiß wovon ich rede.)

Da fand ich Invincible schon um Welten besser, die in eben jenem Film vermutlich einfach keine Freundinnen gehabt hätte, am Schluss aber den derbsten Kerl abbekommen hätte, weil sie so fresh ist. Schauen wir doch gleich mal, was die Dame aus Detroit so treibt:



Weil das aber musikalisch alles etwas verwinkelter war, und weil der gelangweilte Soundmann keine Lust hatte, Beat und Stimme auch nur halbwegs sinnvoll zu mischen (es könnten ja noch Gitarren kommen), musste Invincible vor einer sehr überschaubaren Crowd – oder auch mittendrin – ihre Frau stehen (5 Euro in die Emanzipationsphrasenkasse). Schade, aber trotzdem echt dope.

Roxanne Shanté hat es nicht viel länger als geschätzte 20 Minuten auf der Bühne gehalten, was doof war, aber okay. Die Stimme war schon etwas angekratzt, die alten Hits saßen noch, represent Queensbridge, represent Juice Crew, kurz und knapp. Ich habe aus der hintersten Ecke kurz "Have a nice day" mit meinem Telefon gefilmt, in so winziger Qualität, dass ich es gar nicht erst youtuben will – dafür eben hier.

Bahamadia war dann am Ende doch Headliner und gewohnt tight, aber nach 20 Minuten hatte ich wieder das Gefühl, jetzt auch genug von ihrer geil-rappen-aber-nicht-bewegen-Show mitbekommen zu haben. So irre viel passiert da einfach nicht, auch wenn die Musik toll ist. Extraprops gehen dafür an Shortee, die alle Shows als DJ gebackt hat: Die Frau kann was. Und fast noch besser hat mir gefallen, dass keine der MCs mit der üblichen Horde an Backuprappern aufgetreten ist. Ist ja auch schon bemerkenswert.

(Danke, Jonas, Rapgalore!)

1 Kommentar:

  1. ja, ich hatte in berlin so ziemlich den selben eindruck. eternia, invincible und shante haben gerockt. bahamadia war "naja".

    und: ja ... auch in berlin wurde dieses feuerwerk der hiphop-emanzipation entscheidend von dem fehlenden talent (oder gar mutwillig?! ;-) ) des ton_mann_s sabotiert.

    cu,
    mészi.

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