Donnerstag, 7. August 2008

Bürokratieabbau, oder: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

Das Bundeszentralamt für Steuern sagt:

Für viele gehört die Steuererklärung zu den eher lästigen Pflichten. Seit Jahren wird nach Vereinfachung gerufen und bemängelt, dass das Zusammenspiel zwischen den Behörden und dem Bürger weitaus unbürokratischer ablaufen könnte.Ein einfacheres Steuersystem und weniger Bürokratie in Deutschland - das sind Ziele, die auch für das Bundesfinanzministerium und die Bundesregierung ganz oben auf der Agenda stehen. (…) Deutschland folgt deshalb jetzt dem Beispiel vieler Nachbarn in der Europäischen Union und modernisiert das Besteuerungsverfahren mit der neuen Steuer-Identifikationsnummer ("Steuer-ID").
Super Sache. Deswegen habe auch ich jetzt eine persönliche Steuer-Identifikationsnummer bekommen. Und um es richtig einfach zu machen, könnte man meinen, ich dürfte jetzt meine bisherige Steuernummer und meine zusätzliche USt-ID für den internationalen Geschäftsverkehr einfach wegschmeißen. Aber nein, nicht so schnell!

Die Steueridentifikationsnummer wird die für die Einkommensteuer verwendete Steuernummer ersetzen. Für weitere Steuerarten (z. B. Umsatzsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Grunderwerbsteuer) werden weiterhin ausschließlich die bisherigen Steuernummern verwendet.
 Okay, aha. Das wirklich Einfache daran ist aber:

Für wirtschaftlich Tätige wird nach § 139c AO künftig noch eine Wirtschafts-ldentifikationsnummer vergeben werden. Einzelkaufleute und Freiberufler werden also neben ihrer ldentifikationsnummer eine Wirtschafts-ldentifikationsnummer erhalten. Bis zu deren Einführung verwenden Sie bitte für betriebliche Steuern (z. B. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer) weiterhin die Steuernummer.
Hey, liebe Behörden! Wenn so der Bürokratieabbau in Deutschland aussieht, hört bitte sofort damit auf.

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