Sonntag, 6. Juli 2008

Sooo groß!

Das hätte ich nicht gedacht: Sechs oder sieben Stunden Schlagermove gucken in der Sonne, und der bizarre Part des Tages hat in Wirklichkeit noch nicht mal angefangen. Wenn man sowas jahrelang aus der Entfernung hatet, kann es auch kaum schlimmer sein als gedacht. Dank Hilfe von Skar, der Beck's Brauerei, der Sonne und ein paar Kilo Konfetti war das alles in Ordnung. Trotzdem gut, sowas nicht direkt vor der Haustür zu haben.

Im Haus 73 wurde der Keller dann recht schnell voll von bunt gemischten Menschlein, ich hatte mich inzwischen etwas erholt, und trotz der hoffnungslos überfordert quäkenden Anlage sah das etwa so aus:

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Oldschool Abriss, mit soviel Gekloppe an die Lüftungsschächte, dass selbige irgendwann etwas aus der Form geraten sind. War aber zu verschmerzen. Irgendwann wurde mir dann am Rande die Geschichte von dem Typen zugetragen, der draußen auf dem Schulterblatt aus irgendwelchen Gründen so aggro war, dass er vor Wut mit einem Faustschlag die Glasfront des Haus 73 zerkloppt und sich dabei natürlich so ziemlich den ganzen Arm aufgeschnitten hat … das Loch habe ich erst später gesehen: Au.

Später. Halb sechs, Feierabend, ich kämpfte mich die Treppe hoch ins tageslichtdurchflutete Erdgeschoss, wo die ganze Belegschaft gebannt aus dem Schaufenster starrte und mir erklärte: "Da is'n dicker, halbnackter Schwarzer, der mit sooo nem Messer auf der Straße rumfuchtelt!" (Das "sooo groß" schwankte, je nach Begeisterung, zwischen 30 und 50 Zentimetern.) Ich war dann nur kurz draußen, um mal eben zu sehen, wie mein Fahrrad die Nacht überstanden hatte, und ging gerade wieder in der Keller, als die ersten drei Streifenwagen kamen. Als ich 20 Minuten später gehen wollte, gab es neue Geschichten: "Der Typ mit dem Messer ist abgehauen, glaube ich. Dafür wurden die Bullenautos aus der Flora mit Flaschen beschmissen und jetzt gehts ab." Draußen auf dem Schulterblatt standen 12 Streifenwagen, als ich mich verabschiedete, und Nummer 13 und 14 kamen noch an, bevor ich mit dem Rad um die Ecke biegen konnte.

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Leider weiß ich nicht, was aus dem Typen mit dem Messer wurde, ich habe ihn nie zu Gesicht bekommen. Die Nachrichten lassen aber darauf schließen, dass der Vormittag vor dem "Kulturzentrum Rote Flora" noch ziemlich interessant war. Und sehr, sehr überflüssig.

[Edit: Der Polizeibericht]

1 Kommentar:

  1. du musst auch immer das volle programm abreissen :-)
    nachm move war ick noch lecker grillen und bin dann entspannt nach hause geradelt...aber konfetti zählt ab sofort zu meinen lieblingsutensilien. nur saubermachen will ick den scheiß nich! cheers.

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