Donnerstag, 1. Mai 2008

Ihnen stößt wahrscheinlich das "Ficken" auf.

Für massive Langeweile (haha) oder feiertagsbedingte Leselust: Im Dossier der aktuellen ZEIT befassen sich Jana Simon und Stefan Willeke auf faire und recht unpeinliche, aber trotzdem nicht besonders erhellende Weise mit Massiv und Joe Rilla und ihren Auswirkungen auf die deutsche Jugend. Kennt man ja nun alles schon. Leider vergessen die Autoren, die "Rap" sagen, wenn sie "Gangsta-Rap" meinen, darauf hinzuweisen, dass HipHop in Deutschland nicht nur aus den beiden besteht, dafür haben sie aber wenigstens darauf verzichtet, Lady Bitch Ray zu Wort kommen zu lassen. Das ist ja schon mal was wert.

Was ich nicht wusste: Der Mann, der vor Lifeforce der DJ von DCS war und über Jahre hinweg fantastische Nummern (mit-)produziert hat, nebenbei dem DJ Eff sein Bruder, ist nicht nur Anwalt (das sind ja fast alle bei DCS, siehe auch Banjo-Interview neulich), sondern tatsächlich der Anwalt, der Aggro Berlin vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vertritt:

Die Leiterin mischt sich ein: "Es ist immer das Gleiche beim Hip-Hop. Alles ist verbal gemeint, und wir verstehen es meistens falsch." Bießmann geht nicht darauf ein, er sagt: "Bei dem Titel Fick Dich stößt Ihnen wahrscheinlich das 'Ficken' auf. Das ist nicht wörtlich zu verstehen. Es ist keine Aufforderung zum Geschlechtsverkehr."

(…)

"[Penner] ist kein Synonym für Obdachlose. Es ist ein abwertendes Wort für jemanden, der nicht up to date ist. Ich benutze es auch im privaten Gebrauch. Womöglich haben Sie es auch schon mal gesagt?" "Nein! Ich finde es nicht lustig." "Sie sind nicht die Zielgruppe!"


B-Tight landet natürlich trotzdem auf dem Index. So ähnlich habe ich mir das immer vorgestellt, wenn die Moralwächter am Werk sind, um die Jugend vor Dingen zu beschützen, die schon seit Monaten auf dem Markt sind.

1 Kommentar:

  1. Jana Simon ist einfach jemand, dem man die Stifte wegnehmen sollte. Nicht erst seit gestern.

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