Mittwoch, 13. Februar 2008

My Wax: Blackalicious - Melodica EP

Unter My Wax werde ich hier in Zukunft in loser Reihenfolge nach und nach ein paar Platten vorstellen, die für mich in irgendeiner Form wichtig sind, prägend waren, Geschichten erzählen und nicht zuletzt tolle Musik beinhalten. Nicht unbedingt besonders obskur oder rar, aber ab und an sicher auch das.

Da ich es nie schaffen werde, so etwas wie eine ewige Top-X-Liste aufzustellen, kommt das hier dem wohl am Nächsten: Musik, die mich auch nach vielen Jahren noch begleitet.

Den Anfang der Reihe macht die Debüt-EP von Blackalicious. Gekauft habe ich "Melodica" 1996 - damals war ich 17 - bei Frontline, die damals noch einen gut sortierten Plattenmailoder hatten, was mir in meinem Heimatkaff oft zugute kam: Der einzige Plattenladen in Tuttlingen ging da gerade seinem Ende entgegen, der Müller Drogeriemarkt mit seiner CD-Abteilung forderte sein Opfer. Meine EP ist schon die erste Nachpressung des Originals, das 1994 auf Solesides (später Quannum Projects) und Mo Wax erschien.

Bis heute existieren diverse unterschiedliche US- und UK-Versionen, die aber alle die Musik gemeinsam haben: Unglaublich fette, tiefschwarze, komplett samplebasierte Indie-Leckerbissen von Leuten, die ihre Hausaufgaben in Sachen Breaks gemacht haben: Chief Xcel und kein Geringerer als DJ Shadow. Raptechnisch liefert Gift Of Gab den passenden Gegenpart ab, zwischen Battle, stream-of-consciousness und wirren Sufftrips ("a 40oz for breakfast gets a brother through the day") wird daraus ein irrer Urwald, der genau das ist: schwarz, deliziös, blackalicious.

Das ist dadurch um so fesselnder, dass "Melodica" nur aus 6 Stücken in rund 30 Minuten besteht, in denen man trotzdem völlig die Zeit vergisst. Auf dem zweiten Vinyl warten die Instrumentals, die auch alleine perfekt funktionieren - und den "Lyric Fathom"-Beat (basierend auf Gene Harris' "Look of Slim", später von Madlib als "Slim's Return" erneuert) musste ich damals auch unbedingt live mit meiner Rapkapelle benutzen.

Schluss mit den Gequatsche: Wir hören jetzt den ersten Track, "Swan Lake", für den Shadow und Xcel offenbar fünf verschiedene Versionen von "People Make the World Go Around" verwendet haben, während den Anfang die Cold Crush Brothers übernehmen. Und jeder, der sich angesprochen fühlt, sollte dieses zeitlose Stück Musik unbedingt nachholen.

Bittesehr.

Kommentare:

  1. yo, schöne idee!

    vielleicht mache ich das ja auch, wenn ich dich da mal biten darf.

    hm, blackalicious, da habe ich auch noch nachholbedarf, aber na ja, ...

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  2. Danke - und bitte, gerne biten.

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  3. Sehr coole Idee, my wax, warum komme ich nicht auf solche Dinger? Aber vieleicht bedient man sich für den lautblog... hmm...

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