Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ein gesegnetes neues Jahr

… denn heiliger geht's nicht:

Holy Soulfood 2008

Ich packe jetzt mal meinen Kram und bewege mich anschließend rechtzeitig zu Soundcheck und Dinner in den Stage Club. Feiert schön, und seid gut zu denen, die es verdient haben. Wir sehen uns in Nullneun.

Holy Soulfood 2008

Dienstag, 30. Dezember 2008

Ja, nö, muss ja.

Ist schon alles gut hier drüben. Es gibt nur viel zu sortieren (im echten Leben und so), viel Quatsch, wenig ernsthaft Berichtenswertes und auch noch keine Fotos aus Lübeck oder sonstwoher. Außerdem muss ich noch den Schock verdauen, dass ich nach 10 Jahren ohne Veränderung jetzt endlich noch kurzsichtiger geworden bin – dafür gibt es nächste Woche aber endlich eine überfällige neue Brille, mit der ich bemerkenswert gut aussehen werde.

Das ist so die Art von spannenden Dingen, die hier für vorbeihuschende Tage sorgt, morgen dann Silvestergefeier im Stage Club, Samstag die Melting-Pot-Nacht, nächste Woche Glow und irgendwo am Horizont ein paar spannende Dinge für nächstes Jahr, die meinetwegen auch gerne einen Zahn zulegen könnten.

Komm doch, 2009!

Samstag, 27. Dezember 2008

War was?

Hm, ja, war etwas ruhig hier die letzten Tage. Ist aber auch egal – ich hole jetzt erstmal ausgesprochen viel Schlaf nach, und dann melde ich mich wieder. Zumindest mit ein paar Bildern. Bis dahin träume ich aber weiter von meinem liebsten Vorschlag bei Holy Soulfood in Lübeck: "Spielt ihr denn auch noch bessere Musik?" Da muss man auch erst mal drauf kommen.

G'Nacht.

Wir kenn' dich nicht – reloaded

Aber sicher doch:

Montag, 22. Dezember 2008

CLP

Chris de Luca und Phon.o machen nicht nur exzellente Clubmusik (nachzuhören auf ihrem Album "Supercontinental" und in nicht wenigen meiner DJ-Sets), sondern lassen sich dazu auch hervorragende Videos maßschneidern. Ein paar aktuelle Dinge:


CLP feat. Rayzaflo - Putcha Handz Up from CLP - Chris de Luca vs Phon.o on Vimeo.

CLP - Ain't Nobody Cooler (Video edit) - BNR27 from CLP - Chris de Luca vs Phon.o on Vimeo.

CLP feat. Kovas - Dip Shorty from CLP - Chris de Luca vs Phon.o on Vimeo.

(Letzteres übrigens featuring Superhorstjansen.) Gut, oder?

Spacious Thoughts

Manche Sachen sind echt verwunderlich: Wieso hat bisher nie jemand die Idee gehabt, Kool Keith und Tom Waits auf einen Track zu packen? Sick.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Geschenke, Geschenke

#1: Marc Hype & Jim Dunloop lassen die Bells jinglen: Download "Jingle Bells Rock"

#2: DJ Day hat sich an Marvin Gaye's "What's Going On" zu schaffen gemacht und zwei sehr schöne Edits abgeliefert, die es jetzt offiziell geschenkt gibt: Download Marvin Daye

#3: Kurt Hustle & DJ Ara: Neonröhre. Ich glaub, ich werd nicht mehr. (Araspace)

(Youtube ist sowieso randvoll mit neuem Huss&Hodn-Kram. Tonträger, bitte!)

3.1.09: MPM Labelnacht

Der erste Januartermin, der hier Erwähnung findet, liegt mir ganz besonders am Herzen: Endlich ist mal wieder Melting Pot Music im Haus, vertreten durch den funkiest Turntablist der Nation, Marc Hype, und das Fleur Earth Soundsystem in Vollbesetzung, nämlich mit Hulk Hodn und Twit One an den Decks.

Am 3. Januar im Mandarin Kasino, ich bin auch dabei – alles Weitere zum Termin hier bei Hamburgfunk.

Fleur:

Too cool for school

Da es ja auch um mich herum – in echt und im Netz – immer mehr junge Eltern gibt, die immer wieder vor der Herausforderung stehen, die coolsten Kids am coolsten einzukleiden, muss ich hier mal ein wenig Werbung machen: Urbankidswear.de, frisch gegründet von Scope (ja, dem Scope, hier unten rechts im Bild) mitsamt Familie, ist mit absoluter Sicherheit die beste Anlaufstelle für selbstbewusste Babyrocker, Miniskater, Sneakerzwerge und Streetwearfachleute vor der Pubertät.


Und ich glaube, kurz vor Weihnachten kann man auch noch per Express bestellen. Gute Sache, gute Menschen und nen schönen Gruß nach Köln.

(Myspace)

Freitag, 19. Dezember 2008

Autofahren kann auch ganz schön langweilig sein.

Und jetzt ist erstmal Urlaub.

Der traditionelle Mittwoch im Stereo in Stuttgart fing ziemlich mau an, aber als NBK und ich eigentlich schon ans Heimgehen dachten, wurde es dann doch plötzlich noch voll und ziemlich laut und lustig. Im Stereo war auch schon immer Verlass darauf, interessante Gespräche mit seltsamen Menschen führen zu können, und auch dieser Abend war keine Ausnahme - Feierabend schließlich um vier, am nächsten Tag durch den verschneiten und etwas düsteren Schwarzwald nach Freiburg, nachts wieder zurück ins tolle Tuttlingen, und jetzt ist auch gut mit dem Rumdüsen. Zeitung, Kochen, Weinchen und Massagesessel sollten für ein gutes Wochenende reichen. Auch irgendwie Rock'n'Roll, nur halt anders. Montag sehen wir dann weiter.

Gestern in einer Woche: Holy Soulfood 2008

Holy Soulfood 2008

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Sandmännchen

Fast vergessene Situationskomik beim Auflegen: Ich spiele gerade diesen Edit von "Mr. Sandman" und ein Typ kommt laut lachend aus der Crowd, winkt mir zu und zeigt grinsend auf eine Ecke der Bühne, in der friedlich eine vermutlich höchst betrunkene junge Dame schlummert, direkt neben der Box. Schöne Szene.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Wieso eigentlich relaxed?

Das war eine ganz schön laute und spaßige Nacht in Konstanz. Ein Fünf-Stunden-Feierei-Set quer durch den musikalischen Garten, wie ich es schon lange nicht mehr gespielt habe, Rap und Rock und Drum & Bass und Funk und Breaks und Elektronik noch und nöcher – da waren auch ein paar außerordentlich gut gemeinte Musikratschläge und ein schlimm wackelndes DJ-Set leicht wegzustecken. Diese Stadt weiß laute Ansagen offenbar recht gut zu schätzen.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder fünf Jahre dauert, bis ich mal wieder zu Relaxed Clubbing darf. Danke nach Konstanz, morgen geht es weiter nach Stuttgart, wo der traditionelle Dezemberbesuch bei und mit Herrn NBK im Stereo auf dem Programm steht. Erstmal Pause.

Montag, 15. Dezember 2008

Ich wäre dann reisefertig.

Schon wieder Zeit für eine weihnachtliche Reise in den Süden der Republik – in einer guten Stunde sitze ich im Zug, um heute ab 22 Uhr nach vielen, vielen Jahren endlich wieder dem guten alten Relaxed Clubbing in Konstanz einen Besuch abstatten zu können. Mittwoch wartet dann der fast schon traditionelle Stuttgart-Besuch, und was davor und dazwischen und danach passiert, werden wir schon sehen … vielleicht gibt es ja sogar Schnee und Tageslicht. Das wäre was. Werden wir ja sehen, jedenfalls bin ich vorfreudig.

Und weg.

Zitronenleben

(Fotos vom Freitag)

Samstag, 13. Dezember 2008

Dämmerzustand

Tageslicht ist ja gemeinhin überschätzt. Als ich heute zum ersten Mal aus dem Fenster geschaut habe (ja, es war nachmittags, ich war etwas später zuhause), zeigte der Himmel ein hübsch schmieriges, dunkles Graubraun. Und jetzt ist es sowieso schon wieder dunkel.

Kommen wir also zum Wesentlichen: Nur wenige Stunden vorspulen, dann setzt es GLOW im Baalsaal … und ich freu mich drauf. Endlich wieder Krach. Und vielleicht sogar ein leckeres Essen davor.

Freitag, 12. Dezember 2008

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Dienstag, 9. Dezember 2008

Deutscher Rap ist lustig

Kommentarlos: Sido "Du bist scheiße" vs. Bushido & Kay One "S.I.D.O.". (via)

Bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

Montag, 8. Dezember 2008

Kollektiver Gedächtnisverlust

Wieso erzählt eigentlich jeder zweite iPhone-Besitzer ständig begeistert und voller Inbrunst, was man dank dieses Geräts jetzt endlich alles machen kann – im Bus oder beim Essen Sachen im Internet nachgucken, auf dem Klo Mails lesen, joggend bloggen, ja sogar twittern?

Irrsinn. Ein Telefon, das ins Netz kann. Von überall. What's next?

Sonntag, 7. Dezember 2008

Klaus Doldinger, Jazz und die GEMA

ZEIT ONLINE: Sie sitzen im Aufsichtsrat der GEMA. Was bedeutet die Unterscheidung in E- und U-Musik in Bezug auf Jazz?

Doldinger: Was die Aufführungspraxis angeht, fällt der Jazz unter die Unterhaltungsmusik. Aber ich habe bewirken können, dass wir wenigstens in der Ausschüttung für normale Live-Veranstaltungen das Doppelte von dem bekommen, was ein Schlagerkomponist für die Aufführung seines Werkes erhält.

ZEIT ONLINE: Wie das?

Doldinger: Die Begründung hierfür liegt im kulturellen Wert des Jazz, aber auch in der Tatsache, dass man mit einer Jazzgruppe weitaus weniger Stücke zur Aufführung bringt als eine Unterhaltungsschlagerband. Wir spielen in der Regel in einem Konzert 16 bis 18 Stücke. Es gibt aber Jazzgruppen, die in einem Konzert vielleicht nur sieben oder acht spielen, bedingt durch die Länge der Stücke. Da die Ausschüttung nach Anzahl der Aufführungen pro Werk vorgenommen wird, kann man leicht nachvollziehen, dass der Jazzkünstler da benachteiligt ist.

Klaus Doldinger setzt sich also da hin, erzählt, was er in der GEMA zu seinen Gunsten durchsetzen konnte, und erklärt im gleichen Atemzug, dass ein Konzert seiner Band überhaupt nicht unter die gerade angeführte Argumentation fällt, Jazzer müssten mehr GEMA-Geld kriegen, weil sie ja weniger und längere Lieder spielen.

Hauptsache Jazz ist kulturell grundsätzlich wertvoller als der ganze dröge Rest, der ja eh nur aus Schlager besteht. Da sieht man mal wieder ganz schön, was für ein hochnäsiger Opportunismus in den Amtsstuben deutscher Musikwirtschaft herrscht.

Samstag, 6. Dezember 2008

It takes a nation of Hamburg - P.E. live

"Public Enemy? Die gibt's noch? Die fand ich ja damals echt scheiße. Mein Sohn hat die immer gehört."
(unser Taxifahrer auf dem Weg zur Großen Freiheit)

Selten habe ich so wenig von einem Konzert erwartet wie gestern von Public Enemy. Und ich glaube, ich wurde noch nie so gewaltig eines Besseren belehrt wie von den Herren Chuck D und Flava Flav im Alter von 48, respektive 49 Jahren, die schon 1987 auf der selben Bühne standen, als sie gerade ihre erste Platte veröffentlicht hatten. Da war ich 8.

Zum zwanzigjährigen Jubiläum von "It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back" stand zuerst das komplette Album auf dem Programm, von Anfang bis Ende, inklusive aller Skits und "Terminator X to the Edge of Panic", das von DJ Lord würdevoll übernommen und offenbar in den letzten 20 Jahren nie live gespielt wurde. Und jetzt schauen wir mal bitte zur Erinnerung eben auf die Tracklist: Da taugt zweifellos jede einzelne Nummer, um einen wahnsinnig zu machen. Mit einer nicht besonders virtuosen, aber hart rockenden Band werden PE also auch 2008 dem Ruf "Bring the Noise" mehr als gerecht: herrlicher Krach. Die Große Freiheit tobt. Moshpit. Chuck ist heiser, aber nicht zu stoppen. Flav spielt Drums, geht stagediven, lässt sich feiern – ich könnte dem one and only Hypeman auf der Bühne stundenlang zuschauen.

Von weiter vorne sah das so aus (Achtung, eklig laut):



Als die Zwei-Stunden-Marke in greifbarer Nähe ist und das Album längst abgehandelt, wollen sie es nochmal richtig wissen: "Shut 'em Down", "Fight the Power", "Public Enemy No. 1". Abriss. Alles aus, wirklich. Nach fast zweieinhalb Stunden und einem launigen Monolog geht Flav als letzter von der Bühne, sichtlich ungern. Und ich bin wieder Fan.

Deswegen schauen wir uns jetzt noch einmal "Shut 'em Down" in einer Liverversion von 2003 an …



… und das aktuelle "Harder Than You Think".



(Danke an Marc Hype, ohne dessen Bericht aus Berlin ich vermutlich zuhause geblieben wäre.)

Freitag, 5. Dezember 2008

Erst Breed, jetzt Arty – RIP

Nicht einmal zwei Wochen ist es her, dass MC Breed mit gerade mal 37 Jahren verstorben ist – und jetzt die Nachricht von Party Artys Tod. Hart.

RIP.



Donnerstag, 4. Dezember 2008

Everybody Hates Chris

… und jetzt alle: Fuck you, Luda!


Everybody Hates Chris from DTP TV on Vimeo.

Im gleichen Atemzug logischerweise: Ice Cube – The Nigga Ya Love To Hate.

(Luda via)

Buying old recods is a habit

Diggin' mit DITC, den Beatminerz und ähnlichen üblichen Verdächtigen. Nicht ganz taufrisch, aber schön knisterig.



(via Eff)

Live ausm Club

So psyched I finally saw Flex dj. He has an assistant load songs on serato coz he has fat fingers.
DJ A-Trak twittert.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Operation Humble Kanye

(… ja, dann ist auch wieder gut mit dem Bashing, aber passt grad so schön.)

Das Wort hat Stephen Colbert.



(via)

Sonntag, 30. November 2008

Kanyes Bastelstunde

Hier erahnt man übrigens ganz gut, was ich mit Pappmaché meinte. Leider finde ich kein realistisches Foto vom Monster.

EDIT: Anschnallen! Das Gruselmonster in Action!

Knight Rider vs. Godzilla - das Musical, oder: Kanye im Wunderland

Erlebnisbericht für Hamburgfunk über Kanye West und seine "Glow in the Dark"-Show. Das hier geschah am Freitag nach einem schmackhaften Büffet, zu dem ein rot leuchtender Mobilfunkkonzern geladen hatte.

Die Welt ist am Arsch. Nichts geht mehr. Und nur einer kann noch helfen: Kanye West. Doch dummerweise geht das gerade nicht, weil er irgendwo im Weltall unterwegs war (wieso eigentlich?) und auf dem Weg zur Erde auf einem unbekannten Planeten verunfallt ist. Da sitzt er nun also fest, mit einem überlebensgroßen Raumschiff-Cockpit im Bühnenbild, das ein bisschen nach K.I.T.T. aussieht, und mit einem Bordcomputer namens Jane, der nicht besonders viel auf die Reihe kriegt, außer regelmäßig zu versichern, wie wichtig es doch ist, die Welt zu retten ("You're the brightest star in the universe, Mr. West!"). Das ist also die Ausgangssituation für "Glow in the Dark" – so weit, so egozentrisch.

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In der Color Line Arena breitet sich im Halbdunkel eine triste Mondlandschaft als Bühnenbild aus, der unrasierte Raumfahrer namens Mr. West eröffnet mit ein paar inbrünstig vorgetragenen Songs zwischen Melancholie und Hoffnung, während der monströse Bildschirm, der den kompletten Bühnenhintergrund einnimmt, latent kitschige Planetenanimationen im Windows-Bildschirmschoner-Look zum besten gibt. "Through the Wire" ("Remember, Mr. West, this is not your first crash") wird so etwas wie ein erster Höhepunkt, in dem Kanye gleich die zweite Strophe versemmelt, sich aber recht souverän freestylend bis zum Chorus rettet. Erst bei "Get 'em High", nach gut 25 Minuten, fährt eine hydraulische Bühne die bislang nicht existente Band so weit nach oben, dass man von ihrer Anwesenheit erfährt: Das Zentrum bilden vier heftig ackernde Percussionisten, flankiert von etwas Gesang, Tasten und Gitarre, durchgehend mit Weltraumhelmen maskiert und konsequent namenlos. Ganz links außen erahnt man sogar DJ Craze. Aber es geht ja auch um Kanyeezy, das darf man nicht vergessen. Eine Minute später ist die Band vorerst wieder unten und verbringt den Rest der Show wie im Aufzug.

Nach zwei Anläufen zu "Diamonds" sitzen die Texte wieder, es setzt hin und wieder etwas Feuerwerk und mehr bunte Bilder im Hintergrund, bis Kanye plötzlich heldenhaft einen überdimensionalen Weltraumwurm bekämpfen muss. Ab diesem Zeitpunkt verfestigt sich mein Eindruck, dass hier die Augsburger Puppenkiste ihre Bühnenbilder im Spiel haben muss. Alles wäre gerne krass, futuristisch und beeindruckend, aber sobald es mal etwas heller wird, bleibt der Beigeschmack von Pappmaché. Letztlich kann uns das aber auch egal sein: Rund 6000 Fans in der Arena sind doch eher der gültige Maßstab, und die zeigen sich bestens unterhalten und feiern einen sichtlich auftauenden Kanye, der rührend versucht, den roten Faden seines Egomusicals zu verfolgen: "Jane, you can't do anything. I'm lonely … I just need some pussy." – "Oh, maybe I can help you with that." – Auf dem Bildschirm räkelt sich plötzlich eine pixelige Bikinischönheit aus Gold und alle singen "Gold Digger" auf einem fremden Planeten. Dramaturgie rules okay.

Bis irgendwann vor lauter Auftauen die Kernschmelze einsetzt: Irgendwann, kurz nach dem gewaltigen "Stronger", verlässt Mr. West den gesicherten Wanderpfad des Drehbuchs und setzt zu einem nicht enden wollenden Monolog Hayes'schen Ausmaßes an, spricht über die Wichtigkeit künstlerischer Selbstverwirklichung, darüber, wie sehr es ihn verletzt, ständig für seine neuen Autotune-Spielereien angefeindet zu werden, über ignorante Hamburger Radiointerviewer ("I heard your new album today – do you regret what you did?") und darüber, dass seine Vision wichtiger ist als HipHop und Rap und überhaupt alles. Er verfällt ins Singen, predigt von Change und von Liebe und von Kanye West, verschwindet irgendwann, nach sieben, acht, neun Minuten Monolog von der Bühne und hinterlässt eine Mischung aus hingebungsvollen Jüngern und offenen Mündern. Vorhang.

Und er kommt wieder. Nicht nur für die erwartete Zugabe (in Oberhausen war "Love Lockdown" das einzige Stück vom neuen Album), sondern zunächst mit weiteren Nummern, auf die weder die Band noch die Visuals wirklich vorbereitet sind. Alles wird bis zum Zerreißen in die Länge gezogen, Rap ist egal, Kanye singt jetzt fast nur noch, ob Texte, Monologe oder wirr improvisierte Parts voller Pathos, die auch seine Band unter den Helmen nur noch fassungslos zu beobachten scheint. Nicht nur die versammelte Journaille tauscht in ihrem Block entsetzte Blicke aus, ein paar Mitarbeiter der Plattenfirma gehen schon mal rauchen und ich schwanke zwischen Lachkrämpfen und sprachlosem Starren – so offenkundig einen Fick zu geben und seinen Film zu fahren, ist irgendwie bewundernswert und beängstigend zugleich. "Love Lockdown" mutiert zum abschließenden Zehnminüter, bei dem sich Kanye selbst an die Drums begibt, wenn er gerade nicht singt, und offenkundig keine große Lust hat, diese Show zu beenden. Aus geplanten 90 Minuten Konzert werden deutlich über zwei Stunden, und nach dem x-ten Chorus fällt doch der Vorhang, während der "brightest star in the universe" sich wieder in seine Umlaufbahn begibt. Gute Reise, Mr. West.

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Fotos: Vodafone Music Unlimited

Freitag, 28. November 2008

Kein Unfall ist auch ein Unfall

Das ist jetzt zugegebenermaßen völlig willkürlich … aber von der reißerisch aufgemachten Nullnachricht über das frei erfundene kool-savas-hatte-autounfall in der URL bis hin zu den niedlich vollidiotischen Kommentaren von 14-Jährigen ("wie dumm muss man sein, um 2x in einen schneesturm zu geraten???"): Das ist eine rundum gelungene Newsmeldung. Danke.

Donnerstag, 27. November 2008

Belleruche - Anything You Want (Not That)



Immer wieder schön, diese Band.

(Video gefunden beim Soulkombinat)

Zu den Wurzeln

Die Roots? Fresh as ever. Hatten sichtlich Spaß, haben Spaß gemacht, und irgendwann in der gut zweistündigen Show kam plötzlich sogar MC Lyte für ein paar Tunes vorbei, die offenbar gerade in Hamburg abhängt, weil sie Samstag einen bizarren Auftritt am Berliner Tor hat.

Ich glaube, mit jeder Roots-Show werde ich mehr zum Fan von Black Thought. Ein unprätentiöser Typ in schwarzen Klamotten, die Cap tief im Gesicht, keine großen Gesten, kein kiloschweres Bling, kein dummes Gelaber – nur ein Tier am Mic, das auf die Bühne kommt und geile Sachen macht, anstatt den ganzen Tag darüber zu reden. Wenn die ganze Band rockt, kann der Frontmann eben auch in aller Bescheidenheit dope sein.

Abschließend fand ich auch ?uestloves DJ-Set im Baalsaal ziemlich gut und sympathisch, auch wenn ich ihn für "Walking on Sunshine" gerne verkloppt hätte. Aber irgendwas ist ja immer.

Mittwoch, 26. November 2008

Mischpult sucht neues Zuhause

Ich habe übrigens einen Rane TTM 56 übrig, der ein liebevolles neues Herrchen oder Frauchen sucht. (Ist ja bald Weihnachten, denkt an Eure Liebsten.) Bei Bedarf für alles weitere bitte per Mail oder in den Kommentaren melden. Fragen koscht nix. Go shopping!

Dienstag, 25. November 2008

Platten, in Kürze

Osaka Monaurail "Amen Brother" (Unique/Groove Attack)
Dass diese Band auf der Bühne schwer zu toppen ist, habe ich ja wohl schon erwähnt. Dementsprechend ist "Amen Brother", ein Konzeptalbum aus "funk instrumentals from way back in the day", natürlich musikalisch ziemlich makellos, schafft es aber nicht ansatzweise, die Power dieser Band zu konservieren. Dazu kommt, dass man sich bei der Umsetzung der Covers nicht sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat, und so schön es ist, die Osakas auch mal auf anderen Pfaden wandeln zu hören: Letztlich wird keine einzige Nummer dadurch geiler, als sie mal war. Selbst "Hey Jude" von den Beatles, das live wirklich alle irre gemacht hat, kommt hier ein wenig ernüchternd daher. Vielleicht tut Unique der Band keinen großen Gefallen damit, "Amen Brother" gleich als zweites Monaurail-Album zu verpacken, während es in Japan als Spinoff unter dem Namen "Undercover Express" veröffentlicht wurde – zumindest hätte man fürs Artwork Fotos aussuchen können, auf denen Ryo Nakata nicht vorne am Mic steht. Hier singt nämlich niemand.

Chicago Afrobeat Project "(A) Move to Silent Unrest" (CABP/Groove Attack)
Die gute Nachricht zuerst: Die Band klingt bei weitem nicht so uninspiriert wie ihr Name. Die schlechte Nachricht: Auch gut inspiriert ist nur halb gewonnen. So bekommt man hier eher leicht verdauliche Afrobeat-Kost mit merklichen und durchaus sympathischen Jazz- und Latin-Einflüssen, von der am Ende aber nicht viel hängen bleibt. Durchaus okay und respektvoll traditionsbewusst, aber neben heutigen Acts wie Antibalas, Massak, Budos Band oder zuletzt Karl Hector & The Malcouns reicht mir das einfach nicht. Lieber nachschauen, ob es nicht noch eine Fela-Platte gibt, die man bisher verpasst hat.

6ix Toys "6ix Toys" (First Word/Groove Attack)
Ganz schön groß: Die crossdressende Raw-Funk-Coverversion von Prodigys "Voodoo People", die im Idealfall nur Gehacktes auf der Tanzfläche hinterlassen sollte. Und die gibt es auch als 7". Der Rest ist mehr als solide gespielt, leidet aber sehr unter schwachen, austauschbaren Songs. Nichts, was beispielsweise die Apples oder Mr. Confuse (bitte richten Sie Ihren Blick auf die nächste Platte) nicht besser könnten.

Mr Confuse "Feel the Fire" (Légère Recordings)
So wird's gemacht: Mr Confuse, ehemals Teil der Hannoveraner Brokenfunkster Breakout (deren "Planet Rock" 2006 alles gekillt hat), fährt die ganz großen Geschütze auf, sperrt sich mit einem Haufen Musiker im Studio ein und liefert ein Musterbeispiel für zeitgemäßen Raw Funk ab: Mächtige Drumbreaks, hart peitschende Bläsersätze, beseeltes Orgeln – eine konsequente Symbiose zwischen Tanzfläche und Tradition, zwischen Sampler und Live-Feel. Auch hier gibt es Nummern, vor allem unter den Instrumentals, die schnell langatmig werden und einen nie so recht packen wollen, auch "das kenn ich doch irgendwoher"-Momente sind nicht ganz selten, aber die Soundästhetik rettet Vieles und Sureshots wie "When I Hear Music" zeigen, was bei modernem Funk gerade so state of the art ist. Und das aus Hannover. (Ja, Hannover. Da habe ich neulich auch ganz anbiedernd zwei Nummern von diesem Album aufgelegt, bevor mir der spätankommende Herr Confuse irgendwann höchstselbst vorgestellt wurde. Falls er das also lesen sollte: Gruß!)

Moderne Zeiten

Ich bin mir nicht sicher, welche technische Errungenschaft der Menschheit ich heute nerviger finde: Laub mit lauten Maschinen frühmorgens durch die Gegend zu pusten, anstatt einen Rechen zu benutzen oder es einfach liegen zu lassen … oder Beweisfotos aus Blitzgeräten. Aber mich fragt ja auch keiner.

Montag, 24. November 2008

Everyone's a winner, baby



Bisher weiß ich von niemandem, der da mitgemacht hätte, ohne zu gewinnen. Anyone?

(Und Danke, ich habe schon eine Begleitung)

Guess Who's Back

Guess Who's Back

Wir versuchen das dann nochmal miteinander.

Neulich in der Moloko Milchbar

Dr. Knarf trinkt ne Milch und ich find's ganz gut:



(via, und wenn "Das Geben eines Ficks im Zeitalter der Keinfickgebung" mal kein doper Songtitel ist, dann weiß ich ja auch nicht)

Osaka Monaurail Nachlese

An alle, die am Samstag Osaka Monaurail nicht sehen konnten oder wollten: Ätsch.

Ich fand sie diesmal noch ein bisschen besser als im letzten Jahr, je länger die Show gedauert hat, desto fetter wurde sie – "Walk On By" für Isaac Hayes war endgültig breitwandiger Gänsehautstoff, nach gut zwei Stunden endete das Spektakel mit einem fantastischen "Hey Jude", das vom Publikum noch weiter gesungen wurde, als die Bühne längst leer war. Und davor und dazwischen? Nichts weiter als eine Funkband, wie sie klingen – und performen – muss.

Überhaupt, das Publikum – ganz gut zu sehen, dass Hamburg doch begeisterungsfähiger ist, als man gemeinhin denkt. Lange kein Konzert gesehen, das so viel Liebe bekommen hat, bis hin zu endlosen Lob- und Autogrammsessions am Merch-Stand. Prima. Und deswegen gibt es hier noch eine etwas ältere Liveaufnahme der Herrschaften, so zum Wochenstart.



(Superbad habe ich natürlich wieder verpasst … sawry.)

Samstag, 22. November 2008

Osaka Monaurail im Mandarin Kasino

Einlass ist quasi jetzt. Also schnell.

Freitag, 21. November 2008

Freitag ist Failtag

Ich kann mich nicht entscheiden, welche dieser zwei sicherheitstechnischen Höchstleistungen ich besser finde. Den fürsorglichen Kreditkartenantiklaudienst …

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… oder den schlechtesten Privatdetektiv der Neuzeit:

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Donnerstag, 20. November 2008

Technischer Fortschritt

Das ist ziemlich schön. Entweder haben Justice endlich Luftstrom und Wireless Midi entdeckt, wofür ich ihnen gratulieren würde … oder sie geben sich einfach nicht mehr besonders viel Mühe, so zu tun, als würden sie live performen.

At least make an effort, and control some of the filters and FX to give the impression of a live performance. Or remember to plug the damn MIDI controllers in and smile.

(via oder auch)

Trommeltanz

Ich möchte das mal kurz gewürdigt wissen – seit gestern habe ich wieder die toll endlose Coverversion der Roots im Hirn, hier das irrsinnige Original: George Kranz macht "Din Daa Daa" bei Formel Eins und hat auch gleich authentische 1983-Frisuren dabei. Reichlich.

Mittwoch, 19. November 2008

Hansi hits the road

Wenn "Mit 80 Jahren um die Welt" mal nicht das beste Tourmotto der Saison ist, dann weiß ich auch nicht. Und "Andere brauchen ne Kur, ich geh auf Tour" wäre ein schöner Untertitel.

Dienstag, 18. November 2008

Opel. Made by Germany.

Angesichts meiner ersten News-Runde des Tages muss ich mich mal eben laut wundern.

War die deutsche Politik nicht gestern noch gegen ein Autoindustrierettungspaket? Und was hat Luxemburgs Ministerpräsident mit Autos zu tun?

Und dann fordert ein Wirtschaftsweiser (!) die Verstaatlichung von Opel? Bevor man den Konzern so gewinnbringend und effizient führt wie den deutschen Staat, wäre es doch fairer, direkt zwei Drittel der Belegschaft zu entlassen und nur noch Sackkarren herzustellen.

Montag, 17. November 2008

Dilated Peoples und Rasco, morgen in Hamburg

Mal eben aus dem Homerun-Newsletter zweiverwertet:

Die Dilated Peoples und Rasco ( … ) sind heute schon in Hamburg angekommen und nutzen den Tag, um Energie für die Show zu sammeln, der Cali Agent Rasco wird gemeinsam mit DJ Suro (Superbad, Dendemann) auftreten und Evidence, Iriscience und Babu haben ihren Freund Rhettmatic von den Beat Junkies im Gepäck, der sich vielleicht auch zu einer kleinen Show überreden lassen könnte … wir werden sehen.

Sicher ist: Die Westküste ist im Haus, und zwar mit zwei Acts, die man wirklich nicht alle Tage in Hamburg begrüßen darf. Karten gibt es tagsüber noch für 20 € (gebührenfrei) im Vinylism.de-Shop in der Schanzenstr. 10 oder ab 20 Uhr an der Abendkasse für 25 € – wir sehen uns dort!

Dilated Peoples & Rasco
Di 18.11.08
Einlass 20:00h, Beginn 21:00h
Markthalle, Hamburg

KidiJamz = Far Out!

Ich dachte schon neulich, als ich eine DJ-Software in meinen Frühstücksflocken gefunden habe, dass wir es ja damals™ nicht so leicht hatten.

Dieses Produkt hier toppt aber so ziemlich alles, damit wird man im Nu eine Mischung aus Turntablist, Alleinunterhalter und coolest kid in town.



Wie sagen MC Hanni und DJ Nanni, die da bei Toys'R'Us herumfuchteln, so schön? Rock on!

Freitag, 14. November 2008

Das Hirn

Der Winkelsen hat mich mal wieder dazu ermuntert, mein geschundenes Gehirn zu testen. Heute war es dieser Test (die älteren finde ich irgendwie nicht mehr) und er sagt:

Ihr altersabhängiger IQ beträgt: 121.

Morgens beim ersten Kaffee, muss man dazu sagen, und ich habe 29 eingegeben, obwohl ich fast 30 bin! Bei einer Standardabweichung von 15 vielleicht nicht ganz Stephen Hawking, aber immerhin noch dreistellig. Und erschreckend fand ich, wie ich bei den Zahlen hängengeblieben bin.

Was ich damit sagen will: Ein bisschen Zeit nehmen, ihr seid dran! Hirnvergleich!

Donnerstag, 13. November 2008

Und du so?

Womit ich mich so beschäftige? Okay, Kurzfassung: Nachdem mir Justmusic in Hamburg kein Mischpult verkaufen wollte, bin ich gestern mit dem Bus zu Starpoint gefahren, weil ich dachte, man könnte doch mal den örtlichen Fachhandel unterstützen, wenn er einem schon die gleichen Preise anbietet wie das große, weite Internetz.

Pult gekauft, nach Hause geschleppt, angeschlossen, und siehe da: Der Touchscreen ist defekt und reagiert nicht so, wie er sollte. Anruf, Reklamation und meine Weigerung, das Ding zum Hersteller einzuschicken und doof drauf zu warten, denn hey: Dann nehm ich lieber wieder mein Geld und bestell das Ding online. Geht schneller.

Rückruf zugesagt. Kein Rückruf und ab 18.30h keiner mehr da. Meckermail. Heute hin- und hertelefoniert: Offenbar ist es nicht so einfach, ein Austauschgerät zu bekommen und direkt zu mir schicken zu lassen, ich scheine mir einen ausgesprochen schwer lieferbaren Mixer ausgesucht zu haben – selbst beim Hersteller ist er nicht auf Lager. Immerhin wird sich jetzt offenbar gekümmert, und bis morgen werde ich mir das noch anschauen, bevor ich das Gerät zurückgebe.

Aber hauptsächlich, weil ich keine Lust auf die Busfahrt habe.

(To be continued.)

Update, Freitagmittag: UPS-Abholauftrag für Montag ist erteilt und bezahlt, der Pioneer-Service hat zugesagt, Ersatzteile auf Lager zu haben und das Gerät binnen 24 Stunden zu fixen. Nun gut.

Dienstag, 11. November 2008

TV: "Jazzclub - der frühe Vogel fängt den Wurm"

… wird heute ab 23.10 Uhr auf 3Sat gezeigt.
Im vierten Kinofilm setzt Helge auf Musik und absurde Alltagsbeobachtungen in langen, intensiven Einstellungen. Sein außerordentliches Talent für Jazz wird dabei mit Schlagzeuger Pete York und Bassist Jimmy Woode in Improvisation und Inszenierung exzellent in Szene gesetzt.
Peter Thoms gibt den Pflastermann ("zwei Meter, zwei Mark") und auch Tana Schanzara, Eddy Kante und Andreas Kunze sind zu sehen. (Helge Schneider Newsletter)
Liebe Gebührenzahler und Freunde des prickelnd Abstrusen: Nicht entgehen lassen. Helge als musizierender Fischverkäufer, Zeitungsjunge und Callboy ist mehr als sehenswert.

Montag, 10. November 2008

Miriam Makeba: RIP

Die Welt nimmt Abschied von Miriam Makeba, die gestern im Alter von 76 Jahren gestorben ist. Und zu dem, was Jörg hier geschrieben hat, habe ich auch nichts hinzuzufügen.


RIP.

(Foto)

Nachglühen

Ach, das Wochenende? Prima. Zwei sehr schöne Veranstaltungen bis in den Morgen, sehr gutes Feedback auf die Musik hier wie dort, überall feierwillige Menschen und zum Ausgleich ein Sonntag, bei dem sich jedes Faultier gelangweilt abgewendet hätte. Eben so, wie es sich gehört.

Fotos von GLOW werden bald nachgeliefert, und, hm, ich glaube aus Hannover gibt es gar keine … vielleicht male ich ja was. Hallo, neue Woche.

Freitag, 7. November 2008

Vorglühen in Niedersachsen

So. Noch ein wenig Daten rumschieben und den Rechner aufräumen, nebenbei kurz packen und ab zum Dammtor – heute Abend dann mit Miss Gizzle und Live-Percussion im 3Raum, Hannover. Und wenn ich morgen wieder komme, ist es eigentlich auch schon Zeit für GLOW.

Kommen Sie rum. Alle Infos finden Sie nur knapp unterhalb dieses Artikels, ich bin nach Diktat verreist.

Dienstag, 4. November 2008

Change gear, change gear, change gear, check mirror, murder a prostitute, change gear, change gear, murder.

"This is a hard job and I'm not just saying that to win favour with lorry drivers, it's a hard job. Change gear, change gear, change gear, check mirror, murder a prostitute, change gear, change gear, murder. That's a lot of effort in a day."
Endlich mal wieder ein richtiger Fernsehskandal (dessen eigentlicher Bezug von SpOn natürlich verschluckt wird). Öde.

Königlich

Die vier abtrünnigen SPD-Landtagsabgeordneten in Hessen sind innerparteilich unter heftigen Beschuss geraten. Ein Ortsverein in Frankfurt am Main stellte am Dienstag einen Antrag auf Ausschluss des Quartetts aus der SPD. Die Bundestagsabgeordnete Helga Lopez aus dem Lahn-Dill-Kreis erhob sogar indirekt den Verdacht einer Bestechlichkeit der vier Abweichler.
(faz.net)
Hm. Sagen wir mal so:
Gott, geht mir die deutsche Politk auf die Nerven. Wünsche mir die Monarchie zurück.
(DonDahlmann)
Wenigstens könnte man dann die Abtrünnigen direkt in den Kerker werfen. Demokratie ist ja gemeinhin überschätzt.

Gender Skillz, Freitag in Hannover

… schaut so aus:

1 Jahr Gender Skills

Montag, 3. November 2008

Wann ist das denn passiert?

Kanye hat DJ A-Trak gegen Craze ausgetauscht? Und mir sagt wieder keiner was …

Gepflegte Radiolangeweile

Radiohören ist hierzulande nicht immer, aber doch sehr häufig eine Strafe, wenn man so etwas wie einen Musikgeschmack besitzt, der über die größten Hits der Achtziger, Neunziger und das Beste von heute hinausgeht. Das sage ich nicht nur als Musikzicke und Kulturpessimist, sondern auch als jemand, der sich beruflich viel mit dem Medium Radio auseinandersetzen durfte. (Und besonders weit lehnt man sich ja damit auch nicht mehr aus dem Fenster, zugegeben.)

Deswegen will ich gar nicht groß kommentieren, sondern nur kurz weitergeben: Der Hessische Rundfunk ist der Meinung, dass bei seinen jährlich nur rund 400 Millionen Gebühreneinnahmen nicht genug Kleingeld übrig ist, um Musikjournalisten Radio machen zu lassen. Oder, anders: Woanders macht das doch auch keiner mehr. Wieso sollte man sich da noch jemanden wie Klaus Walter leisten, der seit 1984 mit "Der Ball ist rund" eine der letzten großen Institutionen im deutschen Musikradio moderiert?

Konsequenterweise sägt HR3 nun auch zum Jahresende nach schlappen 24 Jahren die Sendung wegen zu schlechter Zuhörerzahlen ab, ebenso wie auch Walters Kollegen Volker Rebell – mehr zum Thema sollte man demnächst hier erfahren. (via)

Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie ein schlaues, musikjournalistisches Radioprogramm auch ohne Gebührenmillionen ermöglicht wird, kann sich ja mal bei ByteFM umschauen – da kann man nämlich auch weiterhin Klaus Walter hören. (Und heute ab Mitternacht zufällig auch wieder Soulfood von Herrn Soupé.)

Marsi on the Corner

Bei so vielen geschätzten Menschen in einer Sendung muss ich doch glatt mal wieder einen Soulsender-Programmhinweis droppen: Marsimoto cornert nämlich mit Selcuk a.k.a. Ayran Maiden und the one and only D. Rush. Am Donnerstag, 6.11., ab 21 Uhr. Aber lesen Sie selbst.

Wochenendnachlese: Halloween, Oizo, Aoki, Kora

So. Und was haben wir aus diesem Wochenende gelernt? Vielleicht, dass man mit einer Darth-Vader-Maske nicht mehr so wahnsinnig tight auflegen kann. Oder, dass "Watch Out Now" von den Beatnuts auch nicht spannender wird, wenn man es einmal pro Nacht und Club hört. Auch die Gesellschaftstauglichkeit endloser Fachsimpeleien über Mischpulte, Controller und Computer scheint normalen Menschen gegenüber eher zweifelhaft zu sein. Ich hoffe, FJay hat trotzdem angenehm aus seinem, ehm, neunzehnten Geburtstag rausgefeiert.

Relativ sicher scheint, dass Mr. Oizo ein freundlicher Herr mit offenem Hemd ist, der Samstagnacht mit ausreichend Champagner und Schmerztabletten ein funky knarzendes und beachtlich zerhacktes Set abgeliefert hat, bevor Steve Aoki recht schnell klarmachen konnte, dass er mehr so der Rockstar-Typ ist: Stagediving vom DJ-Pult und wirres Geschrei mit nacktem Oberkörper machen ihm jedenfalls sichtlich mehr Spaß als nur Musik aufzulegen. Sein Set von Elektronik bis Slayer war trotzdem sehr in Ordnung, nicht dass wir uns da falsch verstehen – aber erst, als Oizo später wieder das Pult übernahm, wirkte Steve glücklich, weil er sich headbangend ganz auf die vordere Hälfte der Bühne konzentrieren konnte.

(Mr. Oizo, von Metz79)

Leider hatte ein Großteil des Publikums offenkundig (so wie auch Whitey) mit spätpubertärem Kontrollverlust zu kämpfen, was mich schließlich auf einen Drink in den Baalsaal getrieben hat, wo Erobique natürlich längst fertig war – ein Wiedersehen mit diesem schönen Club gibt es aber schon am Samstag: Glow.

Ach ja, eins noch: Die hierzulande noch völlig ungeahnte Band Kora aus Neuseeland hat Sonntagabend vor 50 Menschen mit ihrer Mischung aus Dub, Reggae, Soul und Elektrik härter und ausdauernder gerockt als so manche andere Band vor einer vollen Halle. Muss man ja auch mal sagen.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Offizielle Mixtapeempfehlung: Radiowecker

Kollege Skar ackert sich durch dreihundert Jahre Deutschrapgeschichte, von STF bis Marteria, Stieber Twins bis Banjo, Michi Beck bis Sido. Guter Shit: Hier klingelt der Radiowecker.

(Ich habe vor mittlerweile fast zwei Jahren auch mal sowas gemacht. Wird höchste Zeit, davon auch mal ein Update zu basteln.)

Dienstag, 28. Oktober 2008

Einkaufen schwer gemacht / Freiheit kochen leicht gemacht

Mein Händler vor Ort sagt mir, ein Pioneer-Mischpult, das man so ziemlich überall noch kaufen kann, werde nicht mehr gebaut. Der Pioneer Kundenservice sagt auf Nachfrage:

( … ) da der DJM-909 noch auf der Homepage aufgeführt ist, führen diesen Pioneer Fachhändler für DJ-Produkte noch: http://www.pioneer.de/de/products/shops/index.html

Zu einem etwaigen Nachfolger liegen uns keine Informationen vor. Diesbezüglich kann der jeweilige Händler seinen Ansprechpartner bei Pioneer kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen ( … )

Ich muss wohl nicht erwähnen, das besagter Händler dort natürlich als "Fachhändler" aufgeführt ist. Hat aber wohl keine große Lust.

In other news: Curse bringt sein Album als Kochbuch raus. Echt jetzt.

(via)

Montag, 27. Oktober 2008

TV: Lost in Music - Hip Hop Hooray

Bock auf dünne Beats und schiefe Reime?

Die Doku "Hip Hop Hooray" über die damals (1993) bestenfalls frühpubertierende deutsche HipHop-Szene, entstanden unter Mitwirkung von u.a. Olski (damals Spex, heute Melting Pot Music) und Hans Nieswandt, war jedenfalls ein unschätzbar wichtiger Teil meiner HipHop-Sozialisation, als sie damals ins Fernsehen kam. Ich war 13 oder 14 und plötzlich faszinierter als je zuvor, bin inzwischen aber zum Glück gemeinsam mit HipHop halbwegs erfolgreich durch die Pubertät gekommen und habe diesen Film doch tatsächlich letzten Winter von VHS auf DVD kopiert, um ihn damals nach der ersten Kuchenplatte im Haus 73 zu zeigen.

Jedenfalls: Toll. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, mit Toni dem Koch, winzigen Beginnern, dem "kleinen René aus Braunschweig", Cora und Marius und Ekambus und Derezon und wasmachteigentlichEricIQGray. Und mehr.

Heute Nacht im ZDF (Danke an Miru für den Hinweis), um 1.05 Uhr, damit der durchschnittliche ZDF-Zuschauer, der immerhin schon 61 ist, auch bloß nicht damit konfrontiert wird. Vielleicht hilft aber auch der Online-TV-Recorder.

Block Barley und Guilty Simpson und Marc Hype und Jim Dunloop und Hamburgfunk

Geschenkte, neue und gute Musik aus den Häusern Melting Pot Music und We Aint Music gibt es ganz frisch drüben bei Hamburgfunk.

Bitte, gerne.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Koushik - Out My Window

"Out My Window" ist mal wieder so eine Platte, die irgendwie erst gar nicht da ist, sich aber über ein paar Wochen hinweg so in deinen Kopf frisst, bis du mittendrin bist und plötzlich den VW-Bus fährst, mit dem Brian Wilson, Madlib und Roy Ayers kalifornische Strände abklappern und sich nächtelang opiumrauchend über einen Sampler beugen.


Ätherische Vocals aus dem Lüftungsschacht, hippiesker Dreampop und orchestrales Psychedelic-Geklapper. Uneingeschränkt toll. Kaufen und den nassen Herbst ignorieren.

Freitag, 24. Oktober 2008

Ndugu vs. Lina

Lieber Ndugu,

ich habe Dir schon lange nicht mehr geschrieben und hoffe, es geht Dir gut. Das muss es auch, denn ich kann in Zukunft nicht mehr für Deine Patenschaft bezahlen. Warum, fragst Du? Nun ja: Du bist kein Mädchen. Und heute hat mir Ulrich Wickert, das ist ein ganz berühmter Mann aus dem Fernsehen in Deutschland, mit einem Brief die Augen geöffnet. Mädchen haben es noch viel schwerer als Du, Ndugu.



So wie Lina aus Peru, von der Herr Wickert auch gleich ein Foto geschickt hat. Und weil er auch schreibt, dass ein Mädchen, für das man eine Partnerschaft übernimmt, "in der Familie aufgewertet" wird (wenn auch nur als Goldesel, ist ja besser als nichts), habe ich mich sofort für die kleine Deepla aus Indien entschieden. Du siehst sie hier am unteren Bildrand, sie ist die dritte von links.



Auch unser Bundespräsident Horst Köhler, unsere Bundeskanzlerin Mutter Beimer und Stephanie Landa, wer auch immer das ist, haben eine Mädchenpatenschaft beim Plan e.V. übernommen, da konnte ich nicht mehr damit leben, einen ohnehin überprivilegierten Jungen wie Dich weiterhin zu unterstützen. Außerdem bist Du doch sicher auch schon alt genug, Dir einen Job zu suchen.

Warum der Plan e.V. mit seinen nicht zweckgebundenen Geldern nicht einfach macht, was er für richtig hält, für wen auch immer, fragst Du? Das weiß ich auch nicht. Aber Ulrich Wickert wird mich schon nicht belügen. Oh, und ein Freundschaftsband der Hoffnung hat er mir auch geschickt.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Glück für die Zukunft, lieber Ndugu. Und wenn ich jemals mit dem Winnebago in Tansania sein sollte, würde ich Euch natürlich gerne besuchen.

Mit nachdenklichen Grüßen,
Dein

Warren Schmidt

Knöpfchen

Übrigens, endlich mal wieder ein neues Spielzeug:

NanoKey

Das Korg NanoKey ist seit ein paar Tagen endlich lieferbar, ein fast hosentaschentauglicher Midi-Controller, der sich in Zukunft mit Serato über (Auto-)Loops, Cuepunkte und mehr austauschen darf. Ist jetzt noch nicht ganz Hawtin, aber immerhin eine sehr brauchbare Erweiterung, die wenig Geld und Platz frisst.

(Und wenn Korg es demnächst noch schafft, die zugehörige Editor-Software ins Netz zu stellen, muss ich vielleicht auch zur Trackauswahl nicht mehr den Rechner anfassen.)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Kuchenfotos #3


Suppe mit Geburtstagskuchen


SoCo Limelight von draußen


Braindigging mit Lutz


Trust in Albert


Waffelskar


… viel mehr DJ-Spotting und der ganze Rest hier drüben.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Aufräumen

Interessieren eigentlich irgendwen die Leseempfehlungen hier rechts in der Sidebar? Vielleicht sollte ich das endlich mal konsequent von Google Reader auf Delicious umstellen. Oder ganz weglassen? Hm. Meinungen gerne auch per Mail, falls es denn welche gibt.

[EDIT: Okay, so versuchen wir's jetzt mal. Twitter ist weg aus der Sidebar, wer das lesen will, findet mich hier oder direkt per Feed. Die Links kommen in Zukunft einheitlich von Delicious, wohnen jetzt weiter oben in der Sidebar und sind bei Bedarf auch per RSS zu haben. Als nächstes überlege ich mir mal, was ich so von anonymen Kommentaren halte. Danke für euer Feedback!]

Sind Sie ein Gangster-Rapper?

Manchmal sind Interviews einfach genauso lieblos wie die Vorbereitung des Interviewers. David Hugendick von der ZEIT spricht mit Kool Savas und mir schlafen die Füße ein.

Der Euro gegenüber dem Doller

Hiermit wünsche ich dem Startseitenpraktikanten von SpOn einen schönen ersten Arbeitstag:

Montag, 20. Oktober 2008

Wie war's?

Schön war's gestern bei der Kuchenplatte: Hunderte Waffeln, noch mehr Händler und Gäste, erträgliches Wetter und kubikmeterweise Vinyl, Klamotten und Kunst. Alles prima.

DSC00239

Nur das Kalkulieren von Gastronomie-Einkäufen müssen wir vielleicht noch etwas üben, aber immerhin haben wir noch genug Milch für die nächsten Tage übrig.

Milch

Sobald es richtige Fotos gibt, reiche ich die natürlich nach. Bis dahin muss erstmal ein großes Danke reichen, an alle, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben – gerne wieder, und gerne bald.

Heute gegen 18h startet übrigens die Vernissage einer Ausstellung der Gruppe Biwak, ebenfalls im SoCo Limelight in der Großen Bergstraße, bei der ich für die Musik sorgen werde. Was die Herrschaften sich ausgedacht haben, ist sicher wieder mehr als sehenswert, also leistet uns Gesellschaft!

Samstag, 18. Oktober 2008

Vinyl was vital

Dieser Typ ist so gut, und ich hätte ihn fast schon wieder vergessen … ich habe vor zwei Jahren oder so mal ein Demo von ihm in die Finger bekommen, dieser Song hier ist mit der Zeit nur noch reifer geworden, und die Performance? Watch for yourself. Joe Driscoll.



(wiedermal via)

Freitag, 17. Oktober 2008

Wochenendabriss / Abrisswochenende

Falls mich jemand sucht:

Jetzt vielleicht Set für heute Abend vorbereiten. Weiter Peter Fox und Marsi hören. Vielleicht noch zu Groove City. Abendessen und dann im Neidklub auflegen. Nüchtern bleiben, schlafen, morgen frühzeitig aufstehen und restliche Einkäufe für die Kuchenplatte erledigen. Defcon in Empfang nehmen. Mardi Gras BB, Mojo Club, Friction/Turntablerocker/Tiefschwarz, schlafen. Sonntag halb elf an der Stechuhr, den Laden um- und aufbauen, und dann endlich: Sonntag, 15 Uhr, freue ich mich auf Euch bei der Kuchenplatte.

So wird's gemacht.

Zu zweit allein

Ich bin Storm, ich bin Scope, ich bin Lifeforce /
Ich bin "Fremd im eigenen Land", ich bin Specter, ich bin "Mein Block"

Marteria/Marsimoto, "Mein Dad ist HipHop"

Für solche Shoutouts kann ich diesen Typen einfach nur lieben. Großes Album.

Flötbox und Freunde

Das ist sicher die seltsamste und geilste Kombination von Menschen, Instrumenten und Musik, die ich seit einiger Zeit gesehen habe:



Und falls sich jemand fragt, woher die Drums kommen: Die Flötbox solo. (via)

Vielleicht sollte man die mal mit diesem lustigen Gespann scratchender Knöpfchendrücker bekannt machen?

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Gehacktes, Geklapptes, Gescratchtes

Ich glaube, ganz unterschwellig sind die poetischen und hochfaszinierenden Hackfleischbesprechungen des Nufs (1, 2, 3, 4) daran schuld, dass ich gestern Gehacktes geknetet und zu Burgern gebraten habe. Gut war's trotzdem. Und vermutlich ist es auch unterhaltsamer, eine Art Literarisches Quartett für Fleischprodukte nachzuspielen, als der Liveberichterstattung von der Vorstellung der neuen Macbooks zu folgen.

(Die übrigens aussehen wie zusammengefaltete iMacs und auf Dauer wohl tatsächlich etwas hübscher sind als das weiße Plastik, das bei mir aber bitte noch eine Weile überstehen muss.)

Am Rande noch eine Notiz für alle Nicht-DJs: Traktor Scratch geht Pro und kann künftig auch bis zu 4 Decks. Nicht uninteressant.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Enter the DJ

Fur TV hätte da noch einen sehr sympathischen Beitrag zu meiner geliebten Digital vs. Analog-Debatte:



(Und endlich lernen wir auch, dass es in einem iPod wie im Krankenhaus aussieht.)

Montag, 13. Oktober 2008

MRR teilt aus

Weil ich mir gerade das Grinsen darüber nicht verkneifen kann, wie der alte Herr den Abend ins Schlingern bringt, und weil ich gerne wüsste, wer sich getraut hat, beim Wort "Blödsinn" zu applaudieren, hier nochmal dieser schöne Moment der Fernsehpreisgala:



(via, sorry, MC, aber …)

Sonntag, 12. Oktober 2008

Der Beliebtheitswettbewerb

Was hat sich Ebay eigentlich dabei gedacht, als Standardsortierung für Suchergebnisse plötzlich ein nebulöses "Sortieren nach: Beliebteste Artikel" einzuführen? Das ist echt erstaunlich unbrauchbar.

Das müde Chamäleon

Eigentlich ein angenehm langsames, verschlafenes Wochenende. Die Freitagnacht wurde dann doch etwas länger, den Samstag habe ich komplett verschlafen (14 Stunden könnten persönlicher Rekord sein), entsprechend ist der Schlafrhythmus etwas neben der Spur, aber immerhin habe ich letzte Nacht hintereinander "Snakes on a Plane" und "Alien" gesehen, die ja thematisch gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Währenddessen ist Hamburg kühl und hellgrau, wie gehabt.

Heute mal wieder etwas Musik zum Gucken, namentlich Herbie Hancock und seine Headhunters, live anno 1975, "Chameleon". So ab 6:30 bricht der Wahnsinn völlig aus. Was macht der Mann?



(gefunden bei DJ Day, der auch Herbie-Remixe von Kenny Dope und Mr. Scruff auf Lager hat)

Freitag, 10. Oktober 2008

Dinge, die man heute Abend tun könnte

1. Im Mandalay auflegen von 20-23h. (Also ich. Da kann jetzt nicht jeder heute reinstolpern und auflegen und sagen: Steht aber im Internet!)

2. Im Neidklub Aaron LaCrate und Mixwell und den Assotos lauschen.

3. Im 9005 bei Skar, Buzz und Cem reinschauen.

Mehr zur Nachtgestaltung kann man wie üblich bei Hamburgfunk nachlesen. Catch me if you can.

Home Cookin' 3

Es darf wieder soulful gebrutzelt und funklastig geschmort werden:

Download "Home Cookin' 3" (58:31 min, 87 MB, MP3 VBR), (Mirror)

Home Cookin' 3

Viel Spaß.
Tracklist in den Kommentaren.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

DJ-Zukunft

Das finde ich zu treffend, um es nur in irgendeinem Kommentar versauern zu lassen:

Erst wenn der letzte Technics gefallen, der letzte Pioneer DJM 500 den Geist aufgegeben hat und Ortofon nur noch Baseball Caps herstellt werdet ihr merken, das man Controller nicht drehen kann… 

(Quelle)

Kuchen Cookin'

Der Plan für heute: Eine Runde durch diverse Plattenläden der Stadt drehen, um noch ein wenig Kuchenplatte-Werbung loszuwerden. Ganz nebenbei: Da entwickelt sich schon wieder eine schöne Händlerschaft für Musik, Textilien und Kunst (Liste) … wir freuen uns.

Und anschließend würde ich gerne Home Cookin' 3 fertigbasteln, dann wäre ich eigentlich schon zufrieden mit diesem Tag.

Allen Berlinern sei übrigens für Samstag die dritte Runde Juicerun im Lovelite ans Herz gelegt, wo die Herren Bufonk und Juicemarket diesmal Besuch von DJ Defy und dem unvergleichlichen Chefdigger Suppe (Soulfood) bekommen. Nicht verpassen.

Zeiten ändern sich

Ein Szenario, das man sich hierzulande kaum vorstellen kann: Hape Kerkeling macht Frühstücksfernsehen und Curse, der mittlerweile nur noch singt, stellt dort das Video seiner ersten Single-Auskopplung vor…
(Alexander Engelen bei WKR über Kanye und Love Lockdown)

Montag, 6. Oktober 2008

Rocksaurier gesucht

Grönemeyer geht mit Dendemann und Creutzfeld & Jakob auf Tour und singt dann später für die F4. Jan Delay ist down mit Udo Lindenberg. Curse gräbt den ollen Westernhagen aus. Bushido schnappt sich gleich Karel Gott, damit auch mal wieder jedes Käseblatt über sein neues Album berichtet.

Wer wird der erste Rapper sein, der ein Feature mit Peter Maffay macht? Langsam werden die alten, großen (no pun intended) Deutschrocksaurier ja rar. Ich bin gespannt.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Nostalgieroutine

Mal wieder ein Nachruf auf die CD, diesmal allerdings mit einem Besuch bei Groove City, dem Plattenladen meines Vertrauens.

(Der Besuch eines FAZ-Schreibers in der Plattenrille, der neulich eine ganze Feuilletonseite füllte, bleibt aber wohl der Offlinewelt vorbehalten.)

Und nein, mehr Spannendes habe ich nicht zu berichten.

Freitag, 3. Oktober 2008

Funkvergnügen Downloads

Die beiden Funkvergnügen-Mixtapes von Marc Hype und Katmando, die Pflicht und Kür des teutonischen Funk perfekt auf den Punkt gebracht haben, stehen jetzt zum Download zur Verfügung – pünktlich zum Nationalfeiertag sogar. Viel Spaß mit:

Marc Hype & Katmando - "Funkvergnügen" (2003)

Marc Hype & Katmando - "Funkvergnügen 2" (2004)


(Bonus: Wulffmorgenthalers Walstyle)

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Ich hab gehört

der Laas und der Luxus Luther haben Bitches vor ihrem Haus. Bester Paulianer Reality-Rap 2008.

Der Zeitschriftenmarkt, knallhart analysiert

Grandios, die wissen, wie man Anzeigenkunden gewinnt:

Das [ … ] Magazin ist regelmäßig untern den Top Ten Magazinen, die in den
letzten 30 Tagen am Besten verkauft wurden (Quelle: www.mzee.com)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Library Music

bei Zeit.de und am Freitag auf ByteFM.

Lefties: Code 99

Am Wochenende durfte ich noch live miterleben, wie Lefties Soul Connection ihre neue Single "Code 99" vorstellen: Rasiermesserscharfe Breaks, eine vergnügt kreischende Hammondorgel und gewaltig aufgekratzte Gitarrenlicks in Überschallgeschwindigkeit.

Dieser Tage wird das gute Stück auch auf Vinyl erscheinen, nämlich als auf 500 Kopien limitierte Single auf Melting Pot Music (inkl. Hörpobe) mit dem tiefen Groover "Buckaloose" auf der Flipside. Für Dezember ist eine Feature-Single mit dem irren Soulbruder Flomega am Mic geplant, die Coverversionen von "Have Love Will Travel" (The Sonics) und "Here come the Girls" (Ernie K. Doe) enthalten wird.

Über andere, verworrene Kanäle wiederum ist von einer geplanten Remix-EP namens "Amsterdam Gangster" zu hören, auf der Lefties-Instrumentals den Vocals eines gewissen Hova die nötige Dosis Hammond und Cowbell verleihen sollen. Könnte interessant werden.

Bonus: Lefties spielen "Organ Donor" – more Cowbell!

Der Westernhagen von rap.de

Natürlich ist es einfacher in einem Land zu leben, das mein Leben bis ins Schlafzimmer regelt, weil ich dann genau weiß, was ich machen darf und was nicht. ABER, ich bin der Meinung, dass wir die Freiheit, die wir haben, ruhig ein bisschen cooler finden könnten, als wir es zur Zeit tun.  
Einmal die Woche darf ich ja wohl Staiger-Content hier posten.

Guten Morgen zusammen.

Montag, 29. September 2008

Soulsender zum Ersten

Für die Terminplanung: Die Freunde vom Soulsender.de feiern am kommenden Wochenende ihr einjähriges Bestehen mit einem Nanofestival im Clubkeller des Café Franck – alle Kölner sind also drei Nächte lang zu Block Rockin' Beatz, Karate Funk und Soulelectric herzlich willkommen, während der geneigte Nichtrheinländer per Liveübertragung akustisch Zeuge des Gefeiers werden kann. Alle Details dazu natürlich auf soulsender.de. Ich sag schonmal Happy Birthday, Homies!

Neulich in Berlin

… bei der Hamburgfunk Klausurtagung mit Lord Jazz. Standesgemäß bei einem Altherrenspaziergang durchs Regierungsviertel. Alle Fotos von Almighty Tobias Schneider.

Hamburgfunk / Berlin, Alta
Hamburgfunk / Berlin, Alta
Hamburgfunk / Berlin, Alta
Hamburgfunk / Berlin, Alta
Hamburgfunk / Berlin, Alta
Hamburgfunk / Berlin, Alta

Sonntag, 28. September 2008

Neues aus Bodensee, Berlin und 'burg

Auch wenn es noch niemand für nötig gehalten hat, die Website zu aktualisieren – herzlichen Glückwunsch an Sir Jai, Gewinner der Bodensee Music Awards 2008 in den Kategorien "Bester DJ" und "Bester Produzent". (Vorgeschichte)

Des Weiteren hatte ich ein schönes, ereignisreiches Wochenende: Mit einem Freitagabend in Johns Appartement in Berlin (angeblich gibt es da auch Bilder oder Videos, die ich aber nicht gefunden habe), wo ich ein Soulhome-Shooting beschallen durfte und sehr willkommenen Besuch von der Juicerun-Crew hatte, deren nächste Party in zwei Wochen übrigens mit Suppe (Soulfood) als Special Guest stattfindet. Ein wenig Lust hätte ich ja schon, da als Groupie hinterher zu tingeln, mal abwarten. (Fahrgemeinschaft, anyone?)

Samstag zurück mit dem spritfressenden Ford-Langweilerkombi, alle Beteiligten brav abgeliefert und direkt auf den Parkplatz des Mandarin Kasino, wo ich nicht nur ein wenig Musik spielen durfte, sondern zwischendurch auch den grandiosen Jose James und die vollkommen übertrieben rockenden Lefties Soul Connection begutachten konnte. Zweimal alle verfügbaren Daumen hoch. Vor allem Herr James und sein Trio waren ziemlich umwerfend, kein Scheiß. Auflegen, Tanzerei, nebenbei wieder allen möglichen Leuten Serato erklären und um 5 endlich daheim.

Jetzt nur noch kurz die Mietkarre wegbringen, ein, zwei Eimer Gemeinheiten von KFC für die Wohngemeinschaft holen und gut is. Sonntag ist Feierabend.

Donnerstag, 25. September 2008

Verpasst und in Berlin mit Soulhome

Wenn ihr alle den Waagenbau Newsletter abonniert hättet, könntet ihr donnerstäglich an meinen wirren Gedanken teilhaben.

Tja. Wieder was verpasst.

Und jetzt wird weiter geschafft, damit ich später in Ruhe KIZ und/oder Boys Noize gucken kann. Morgen bin ich übrigens mit den Freunden von Soulhome in Berlin, und was da warum wo passiert, steht genau hier. Vielleicht läuft mir ja ein bekanntes Gesicht über den Weg? Oder zwei?

Mittwoch, 24. September 2008

Von Gärtnern, Fußball und Klappmessern

Wir sind alle für irgendwas auserwählt und den Unterschied macht nur, ob man das wahrnimmt oder nicht. Der eine merkt halt nicht, dass seine Berufung Gärtner ist, spekuliert an der Börse und macht 5 Millionen Euro Schulden und meint er müsse jetzt sich und seine Familie erschießen. Gibt’s ja auch. ( … ) Das ist, wie wenn ein Einbeiniger bei Bayern München Fußball spielen will, und man sagt, ok, komm mit, weil man ihn nicht abweisen will, um keine Behinderten zu diskriminieren. Im Endeffekt kann er aber einfach kein Fußball spielen. Genau so wie Asamoah, der kann auch kein Fußball spielen. 

Staiger spricht mit Bushido.

Dienstag, 23. September 2008

Triple YouTrouble

Irrwitziges Wortspiel im Titel. Jedenfalls, für audiovisuelles Vergnügen sorgen heute:

Die lange vermissten Fat Freddy's Drop mit der charmanten Alice Russell und dem knapp zehnminütigen Regenwetterepos "The Camel". Trust in Wax mit einem Beasties-Live-Rework, das auch den schlechten Titelscherz erklärt. Und Stevie Wonder mit Band in der Sesamstraße – für alle, die ihn nicht live sehen können.

Montag, 22. September 2008

Jetzt brandneu: Physische Tonträger!

Diese Idee rettet die Musikindustrie – komisch, dass da niemand früher drauf gekommen ist: Der Konsument kauft Musik nur noch in einem digitalen Datenformat, das auf jedem Computer und auf ganz vielen kleinen, tragbaren Geräten abspielbar ist. Und weil das so praktisch ist kauft man diese Daten … ja, genau: Auf einer Micro-DS-Karte. Für 15 Dollar.

Eine umwerfende Idee, liebe Majors, so läuft's. Direkt neben der CD, zwischen MD und DCC ist noch ein Platz für SlotMusic frei auf dem Tonträgerfriedhof, glaube ich.

Memory Club Finale: Bilder

So sah das aus – mehr hier.





Hard Working Mocambo

Es ist immer wieder schön zu beobachten, mit welcher Verlässlichkeit gute Platten und ebensolche Neuigkeiten aus dem Hause Mocambo kommen. Die Band dabei als Hamburgs wichtigstes Funk-Outfit zu bezeichnen, reicht längst nicht mehr aus, um den Status der Band und des anhängigen Labels zu beschreiben, und die Sache mit dem Propheten im eigenen Lande – geschenkt.

Tatsache ist, dass der Labelsampler "Mocambo Funk Forty Fives" Wellen bis nach Japan geschlagen und nicht nur die dortige Diggergemeinde auf die gelb gelabelten Vinyl-45s aufmerksam gemacht hat, die inzwischen hochgeschätzte Sammlerobjekte sind. Anfang 2008 erschien auf dem Peace St.-Label, das irgendwo tief in der finnischen Funk-Unterwelt vermutet wird, "The Next Message" von Mighty Mo & the Winchester Seven, ein Live-Staple der Allstars, das mit tonnenschwerer Percussionaction und druckvollen Horns einen Rapstandard in die instrumentale Funkhölle befördert.

Dieser Tage ist wieder zweifach Action angesagt: Bereits veröffentlicht ist "Working Woman" von Gizelle Smith and The Mighty Mocambos, ein soulgeladener Sister-Funk-Tune für Herz und Tanzfläche auf dem finnischen Old Capital-Imprint, der als 45 flugs wieder vergriffen und verzweifelt gesucht sein dürfte. Aber ganz vom Sammlerwert abgesehen: Was die Londonder Frontfrau hier abliefert, steht in bester Tradition von Ladies wie Vicky Anderson und Lyn Collins und ist musikalisch wie soundästhetisch längst auf internationalem Niveau.

Auch die neue Single der obskuren Bacao Rhythm & Steel Band auf dem Mocambo-Label, deren Meters-Covertunes 2007 als Hawkeye-Remixes auf Melting Pot veröffentlicht wurden, atmet aus jeder Pore analogen, schwitzigen Funk: "Pimp" ist ein Midtempo-Steelfunk-Monster, das nicht nur ein bisschen an Fiddys gleichnamigen Smash erinnert. Original oder Fälschung? Mittsiebziger oder brandneu? Trinidad oder nur ein paar Blocks weiter? Ist doch egal. Spätestens, wenn die trippige Version auf der handgestempelten B-Seite nochmal richtig Stoff gibt.

Und als wäre das noch nicht genug, wer stolpert irgendwann im Sommer 2008 mitten in New York über die deutsch-finnische Next-Message-Single, nimmt sie mit nach Hause und denkt: I fucking need to rework this? Jetzt gehts nämlich richtig los, Kenny "Dope" Gonzales höchstselbst hat auf eigenen Wunsch Remixes von "Working Woman" und "The Next Message" gestrickt, die man zumindest schon auf seiner Myspace-Seite anhören kann, bevor sie demnächst offiziell als Singles auf Kay Dee Records gedroppt werden.

Wer keine wirklich gute Ausrede hat, sollte sich Mocambo und Gizelle also definitiv am Freitag im Rahmen des Reeperbahn Festivals im Mandarin Kasino anschauen. Vielleicht gibt es ja sogar noch Vinyl abzugreifen.

Lesen, hören und staunen bei Myspace: Mocambo, Gizelle Smith und Kenny Dope.