Dienstag, 28. August 2007

HipHop-Päpste, zehn Gebote und zweierlei Maß

Nachdem ein (zu Recht, wie ich finde) umstrittener Splash-Bericht im Festivalblog der ZEIT auch Erwähnung in Falks Juice-Kolumne fand, fordert man nun leicht gönnerhaft: "Liebe HipHop-Päpste, lasst es doch gut sein."

Möchte da etwa jemand das letzte Wort behalten, anstatt der eigenen Forderung nachzukommen?

Apples against the Machine

Während Malcolm todesmutig popkulturellen Tanzsondermüll zutage fördert, fällt mir, kurz nachdem der Schreikrampf überstanden ist, auf: Ich sollte das geneigte Publikum dringend auf die vermutlich beste Coverversion eines RATM-Songs seit RATM aufmerksam machen.

The Apples aus Israel veröffentlichten dieser Tage nämlich "Killing" als Single auf Freestyle, eine toll seltsame Mixtur aus schwerstem Funk, Big-Band-Jazz und einer Prise Klezmer, die anständig Vollgas gibt. In voller Länge zu hören auf der MySpace-Seite der Apples. Geil, oder?

Eins noch obendrauf, das passt gerade so schön hierzu und gleichzeitig zum Saab-Content von gestern: Bei Youtube gibt es eine wackelige Live-Aufnahme von Rage Against The Machines "Microphone Fiend"-Cover - großartige Nummer, kann man hier noch etwas besser hören. Ein bisschen wie ein Saab Turbo mit Rammbock und Stacheldraht vorne.

Montag, 27. August 2007

Saab Story


(Foto)

Mein erster Gedanke, als ich das Video zu "Microphone Fiend" angeschaut habe: Wie cool ist Rakim eigentlich? Der rollt in einem Saab 900 um die Ecke und ist trotzdem der dopeste Typ weit und breit. Das ist fast so, als würde heute Kanye West mit einem Passat Kombi auf den Burger-King-Parkplatz cruisen, während zuhause noch ein Renault Kangoo steht. Obwohl, eigentlich auch nicht - Saabs sind ja durchaus fresh, aus verschiedensten Gründen.

Was ich eigentlich meine: Die Zeiten, in denen man als Rapper in einem Video Saab fährt, sind einfach schon so unendlich lange vorbei, dass man sie schon längst völlig vergessen hat. Der Gedanke ist einfach nur noch abstrus. (Okay, außer bei Max Herre.)

Trotzdem hat der Saab Ende der Achtziger durchaus eine Rolle im Rap-Biz gespielt: Kool Keith namedroppt ihn in "Ease Back" und hat sogar Nebelscheinwerfer, während er in "Sobb Story" von den Leaders of the New School eine tragende Rolle in der letzten Strophe spielen darf.

Eine Lyrics-Suche erinnert dann beispielsweise daran, dass Doug E. Fresh einen Turbo mit manueller Schaltung hat, Kool G Rap benutzt sogar einen als Fluchtwagen. Und wer wusste, dass James Bond auch mal mit dem dicken Schweden unterwegs war?

Wieder was gelernt.

Ich bin eine Bank

Das findet zumindest die Handelskammer.



Nun denn... ich erhöhe mal eben meinen Dispo. Warum nicht gleich so.

Sonntag, 26. August 2007

Die Welt zu Gast bei Menschenfressern

Nach zwei vollkommen überflüssigen Absätzen, die aus G-Hots stumpfem Gebratze, Hirntot Records und ähnlichen Symptomen den gewohnten Schluss ziehen (HipHop ist belanglos, niveaulos und öde - dafür gibt es in deutschen Feuilletonredaktionen doch sicher schon fertige Textbausteine?), wird das hier doch zu einer gerechtfertigten Lobhudelei über K.I.Z. und ihren Hahnenkampf. Na also.

Wer? (Türlich, Türlich)

Jan Delay und Disko No. 1 spielen "Türlich Türlich" im Stadtpark. Das Bo kommt für einen Cameo-Auftritt (pun definitely intended) auf die Bühne und performt die letzte Strophe.

Mädel #1, vor uns: "Wer isn das jetzt?"
Mädel #2, ratlos: "Keine Ahnung."

Immer wieder interessant, wie schnell Popmusik aus dem Mainstream-Gedächtnis verschwindet. (Mich hätte auch interessiert, wie viele Leute keinen Schimmer hatten, wer dieser Denyo auf der Bühne war...)

Also nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine Reise in die ferne Vergangenheit: Ins Jahr 2000. Da war das hier ein Riesenhit, wurde deutlich über 200.000 mal verkauft und war eigentlich viel zu dope, um vergessen zu werden, liebe junge Stadtparkmädchen. In Nebenrollen: Tobi, DJ Coolman, Dende als verrückter Barmann und eine Bohlen-Ex.



Überflüssig zu erwähnen, dass die Kommentare bei Youtube von "was ist das Original ? Das hier vom Bo oder das von Jan Delay ?" bis zu "ja man das original und net so ne schwule komerz schwuchtel live version von so nehr glatzköpfigen komerz schwuchtel" reichen. Man kann es eben nicht allen recht machen.

An "Word Up" von Cameo dürften sich dann ja fast nur noch Musikhistoriker erinnern, wenn meine Theorie stimmt. Deswegen jetzt auch hier, zum vergleichen - und wenn man fix ist, kann man sogar aus beiden Videos seinen ganz persönlichen Komerzschwuchtelremix mashuppen. Yo!

Wo kommen die ganzen Menschen her?

Da draussen sind auf jeden Fall zuviele davon. Zuerst beim Delay im Stadtpark (große Show, wie zu erwarten war), dann natürlich in Horden beim Alstervergnügen, und den Kiez hab ich auch schon lange nicht so voll gesehen - und alle schon um 12 so willenlos betrunken, dass es nicht mehr feierlich ist.

Nach einem kurzen Abstecher zu Skar und Buzz, die im bumsvollen Mandarin gefeiert wurden, dann also doch für den Rückzug nach Hause und Bionade/Mountain-Dew-basierte Entgiftung von letzter Nacht entschieden. Manchmal ist das besser, und die ungläubigen Blicke waren fast schon schmeichelhaft.

Und morgen? Da schau ich mir endlich mal wieder die Hives an, da freu ich mich. Schönes Wetter bitte!

Ach ja: Hier sieht man übrigens Suppe, mich und Buzz im Schummerlicht, irgendwann letzte Nacht.

Freitag, 24. August 2007

Wasser Marsch

Weil es schnell gehen muss, kleister ich hier einfach mal den Newsletter von gerade eben rein:

Liebe Menschen,

jetzt kommt's dicke: Da Torch aka DJ Haitian Star leider kurzfristig absagen musste, werden an seiner Stelle heute Abend Master Quest (Homerun HiFi) und Suppe (Soulfood Crew) die Turntables im Mandarin Hinterzimmer übernehmen. Reichlich funky Geschosse für eine ereignisreiche Nacht sind also sicher - Tag-Team-Style.

Das weitere Programm bleibt wie gehabt sehenswert: Toni L. spielt mit seiner Funkband Safarisounds im Mandarin Kasino, danach versorgen dort Stylewarz und Mixwell die hungrige Meute mit Beats, und das ganze für einen guten Zweck: Die Viva con Agua Wassertage.

Die Türen des Kasino an der Reeperbahn 1 öffnen um 22 Uhr, das Hinterzimmer erwartet euch ab Mitternacht und der Eintritt kostet an der Abendkasse schlappe 14 Euro für den guten Zweck - alle Künstler verzichten auf ihre Gage.

Wir sehen uns dort!

Donnerstag, 23. August 2007

Dekolleté

Dekolleté

Die nächste Baustelle kommt, und mit ihr tolle Aussichten aus meinem Schlafzimmer. Seit Tagen bauen die jetzt zu dritt an diesem Gerüst rum und proleten dabei ständig lautstark durch den Hinterhof (no pun intended). Vielleicht wird es ja entspannter, wenn irgendwann echte Bauarbeiter kommen. Vermutlich aber nicht.

Mittwoch, 22. August 2007

Rum, Reggae und Mord

Wovon hier die Rede ist? Von Jamaika, natürlich. So langweilig Spiegel-Bashing ja geworden ist, aber ich fand es fast schon wieder niedlich, dass ein Artikel über politisch motivierte Morde in Kingston die Überschrift "Unruhe auf der Rum-Insel" trägt. Als würden die sich da mit einer Flasche Myers's und einer Tafel Ritter Sport Rum totkloppen.

Die Formulierung "Rum-Insel" taucht dann auch gleich im ersten Satz nochmals auf (das Wort Jamaika übrigens nicht), gefolgt von der Kreation "Reggae-Reich" und dem humoristischen Highlight: "Eine 'Jamaika-Koalition' ist im Zwei-Parteien-System des Landes auszuschließen (...)".

Bebildert ist das ganze übrigens mit einem Foto der Regierungschefin und einem - doppelt so großen - Foto: "Karibik-Musiker". Aloha.

Daptone Studio-Tour

Nice. Besonders mag ich "...the digital part of the studio."

Dienstag, 21. August 2007

Green Berlin bei Delay

Ich werd irre: Der Typ, der das beste deutsche Rapalbum 2006 in die Welt gepeitscht hat, nämlich Marteria/Marsimoto, geht auf Tour mit Jan Delay.

Ich freu mich ja ein wenig auf Samstag.

Montag, 20. August 2007

CDs und Tapetenkleister

Was die gemeinsam haben? Beide kommen aus Hannover. Nur, der Tapetenkleister scheint dauerhafter erfolgreich zu sein. Ein Abgesang auf die CD.

Und was mir zu Hannover noch einfällt: Die Damen und Herren der Biwak-Gruppe werden vom 7. bis 9. September im Apollo Konzept in Hannover ausstellen, begleitet von einer Party mit Defy und mir am 7.9. - hier ein paar Infos zu "Justin Biwak", mehr folgt an dieser Stelle.

(biwaker.de coming soon)

Samstag, 18. August 2007

Zerfeiert und zufrieden



Ein Viertel von Suppe, ich, Rabbi und Lutz, heute früh um sechs oder so. Das war ganz groß. Danke, Soulfood, danke!

Freitag, 17. August 2007

Family Affairs

Schlachtplan: Heute nachmittag mit Suppe nach Lübeck fahren, dort Reunion mit Lutz und anschließend auf den Soulrabbi treffen, um gemeinsam den ersten Abend des Soul Weekenders zu zerfeiern.


Rabbi et moi. November 2005, Memory Club.

Morgen dann die eigentliche Familie: Mein Münchener Cousin kommt mit Frau und drei Jungs auf dem Heimweg aus dem Skandinavienurlaub vorbei, um die Kids durch Hamburg toben zu lassen und anschließend ein Schlafsacklager in unserem Wohnzimmer aufzuschlagen. Action!

Donnerstag, 16. August 2007

Das Netz

Mein neues Fliegengitter ist bisher übrigens super und jeden der Einhundertneunundsiebzig Cent wert. Seit Anbringung nur drei Mückensichtungen - und die saßen alle tagsüber am Netz und wollten nach draußen.

Auch wenn die ganze Mückenplage vermutlich schon bald wieder vergessen ist, hat das Netz noch einen angenehmen Zusatznutzen. Es ist nämlich so: Ich kann Grashüpfer nicht ausstehen.


(Hier ein breakdancendes Exemplar / Quelle)

Das ist überhaupt nicht böse gemeint, diese ganzen Schrecken sind mit Sicherheit total faszinierende Kreaturen und machen super Sachen. Aber sie sind mir hochgradig suspekt. Sie können nämlich nicht nur fliegen, sondern auch sehr gut hüpfen, also schnelle, blitzartige Bewegungen ausführen. Das ist natürlich toll. Aber ich mag es nicht. Der Umgang damit überfordert mich. Diese Dinger können sogar nach rechts gucken und nach links springen - in jedem Fall springen sie immer zu einem unerwarteten Zeitpunkt und meist in eine unerwartete Richtung.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich habe noch nie einem Grashüpfer etwas getan, und in freier Wildbahn meide ich sie entweder respektvoll oder nehme billigend in Kauf, dass mir so ein grüner Geselle ans Schienbein brettert. Ist ja schließlich seine Hood und nicht meine. Aber genau das ist der springende Punkt: In meiner Hood möchte ich nicht angesprungen werden. Zwar befindet sich meine Hood - mein Schlafzimmer - im dritten Stock und in einer Großstadt, aber der Baum vor meinem Fenster scheint ein sehr beliebtes Klettergerät für diese Fluginsekten zu sein. Diesen Sommer haben sich schon vier Grashüpfer durchs gekippte Fenster geschlichen, vorzugsweise, um es sich dann neben mir auf dem Bett gemütlich zu machen. Ein Kompliment? Vielleicht. Aber ein unerwünschtes. Und deswegen mussten sie alle in einem Glas wieder an die frische Luft befördert werden. (Ich bin doch nicht doof und versuche, die Dinger anzupacken.)

Fortan sollte mein Fliegengitter also auch dafür sorgen, dass Flip und seine Familie auf der richtigen Seite des Fensters bleiben. Ordnung muss eben sein.

Minute - Alles wird anders

Neues Video von Herrn Minute.

Mittwoch, 15. August 2007

Desinformationsgesellschaft

Meine Sixt-Filiale hat im September angeblich überhaupt keine Fahrzeuge. Europcar vielleicht schon, aber das Online-Buchungssystem spuckt nur leere Seiten aus. Die Enterprise-Filiale hat laut Website gleich wochenweise gar nicht geöffnet.



Da passt es ganz gut, dass auch Bahn.de nicht fähig ist, mir zu sagen, was der Regionalexpress von Lübeck nach Hamburg kostet.

Ist ja eine gute Idee, dieses Internetz. Aber wenn das nicht besser funktioniert, setzt sich das niemals durch.

Dienstag, 14. August 2007

On Point

Norah Jones in a nutshell. Gut zusammengefasst.

(Überhaupt nette Fototextstrecke. Mit Kultorgel!)

Me & You - Floating Heavy



Eigentlich wollte ich ja schon vor Wochen etwas angemessen Ausführliches über dieses Album von mir geben. Aber irgendwie wird das nix. Statt dessen vorerst nur kurz hier: Das ist toll. Und es kickt. Drum'n'Bass, Breakbeats, Jungle, SoulStep, Bollywood, Dub, alles drin. Hören kann man die Musik da übrigens auch, also bidde.

Plage

Jaja, milder Winter, feuchter Sommer, Wärme. Ich weiss ja.



Bilanz der Nacht: Fenster erst gekippt, nachdem das Licht aus war. Eine Stunde Schlaf. Dann Großwildjagd. Geschätzte 20 Stechmücken mit der Prinz-Februar-Ausgabe an die Wand oder sonstwohin geklatscht, wo auch immer die so schnell hergekommen sind. Und die Biester, die man bei mir zuhause Schnaken nennt, sind verflucht groß dieses Jahr, vielleicht sollte man da mal ein ernstes Wort mit Krümmel oder Brunsbüttel sprechen. Immerhin macht sie das einfacher zu jagen. Fühle mich ein bisschen wie Seth Gecko im Morgengrauen.

Mission für heute: Erwerb eines Fliegennetzes fürs Fenster.

(Foto)

Montag, 13. August 2007

Die ersten Zehn

Einfacher Content zum Wochenanfang, ermöglicht von Subcess. Ich glaube ich hatte das sogar schon mal, aber es gibt ja mehr als zehn Lieder. Also, iTunes, Shuffle:

Jamie Lidell - What is it this time?
Immer noch derbes Album. "Multiply" habe ich erst Freitagnacht noch gespielt, das funktioniert irgendwie immer, auch wenn es kaum jemand kennt.

R.A. the Rugged Man - How Low
"She said anus!"

Snoop Doggy Dogg - For all my Niggaz & Bitches
Ja, damals hieß er noch "Doggy".

The Game - Ol' English
Dann war "Doctor's Advocate" wohl doch eines der besten Alben 2006. Beat von Hi-Tek, alles gut.

James Brown - Get Up (I feel like being a) Sex Machine
Das dürfte die Version von dieser Compilation sein.

Ju-Par Universal Orchestra - Beauty and the beast
Ich glaube, K-Otix haben den Bass mal benutzt. Das Album ist eh Pflicht.

Grandmaster Flash & the Furious Five - The Message
Vollkommen unbekannt.

The Roots & Skillz - Ghostwriter (Live, Roseland Ballroom NYC, 2003)
Aus dieser grandiosen Show.

Manohar Roy - Gana To Bahana Hoi
Absurde Bollywood-Nummern galore auf Beginner's Guide to Bollywood.

Aphex Twin - Tha
9-Minuten-Stück aus "Selected Ambient Works", Lo-Fi und toll.

Freiwillige vor!

Sonntag, 12. August 2007

Intro, Interlude, Outro

Also, wenn ich mir einen DJ wünschen würde, wäre es zur Zeit der hier. Aber mich fragt ja niemand.

Samstag, 11. August 2007

Lieder wünschen reicht nicht.

"Du, wann legt denn Michi Beck wieder auf?"

Letzte Nacht, im Assoto Connaisseur Klub. Da konnte ich dann auch nicht weiter helfen. Aber auch ohne den war es aber eine sehr schöne Feier, nochmal ein Danke in die Runde.

Freitag, 10. August 2007

Wir können alles. Ausser...

Security: "Come you again to Stuttgart?"
Fluggast: "Yes."
Security: "Hä?!"
Fluggast: "Yes!"


Schön, dass das Sicherheitspersonal am Stuttgarter Flughafen so souverän mit englischsprachigen Fluggästen umgehen kann.

Ich wäre dann mal wieder da, sitze Kaffee schlürfend beim nächsten aufzufindenen WLAN, weil zuhause nix funktioniert, und schlage dann heute Abend beim Assoto Connaisseur Club auf. Das ist doch ganz gut so.

Geil, wieder in Hamburg zu sein, auch wenn das Wetter indiskutabel ist. Schade nur, dass der Urlaub schon vorbei ist.


Das Schiff, mit Kühen, im Sonnenuntergang. Irgendwo weit oben in den Vogesen.