Freitag, 14. September 2007

Gammelfleisch in der Disco

Schwarzlicht, Nebel und ein Stroboskop. So haben wir uns mit 15 eine echte Disco vorgestellt. Wenn man älter wird und viel Zeit in Nachtlebensräumen verbringt, lernt man zuallererst das Stroboskop hassen, weil es etwa den gleichen Effekt auf die Wahrnehmung hat wie ein schwerer Schlag mit dem Hubble-Teleskop auf den Hinterkopf.

Schwarzlicht hingegen sorgt dafür, dass man - im Gegensatz zum Stroboskop - viel mehr sieht, als einem lieb ist. Zähne, Schuppen, Neonfarben: Dabei sind die 80er doch schon so schön lange vorbei.

Bleibt Nebel. Nebel ist eigentlich auch Mist, ist aber in kleinen Clubs irgendwie doch super, wenn a) nix los oder b) man völlig betrunken ist, um seinen gefühlen Ausdruck zu verleihen. Gerne erinnere ich mich auch an das Display der Nebelfernsteuerung im Stereo in Stuttgart: "Ready to fog", war zu lesen. Nett.

Eigentlich komme ich aber auch nur darauf, weil die Zeit berichtet, dass unser Landwirtschaftsminister verurteiltes Gammelfleisch (besondere Props für die Einführung des Wortes Makelmett!) gerne mit fluoreszierenden Stoffen brandmarken würde, anstatt es einfach stumpf mit Lebensmittelfarbe anzumalen. Eine bemerkenswert krude Idee, die aber Deutschland schnell zum Disco-Land #1 machen könnte, wenn sich jeder Haushalt eine UV-Leuchte in der Küche montiert. Wenn das Fleisch nicht leuchtet, kann man dann ja auch gleich vor Freude tanzen.

Dass mich die in Entwicklung befindliche Strahlenkanone als Gammelfleischdetektor schon wieder an ein Stroboskop denken lässt, dürfte aber doch eher an den Haaren herbeigezogen sein. Hoffe ich.



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Now playing: Jungle Brothers - Brain (Stereo MCs RMX)
via FoxyTunes

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