Dienstag, 17. April 2007

Platte des Tages: House of Pain - Truth Crushed to Earth Shall Rise Again

Mann, die Platte ist auch schon gut über 10 Jahre her. Der geneigte Hörer erinnert sich vielleicht noch an 1992 (das ist sogar noch viel länger her), als nicht nur Kris Kross, sondern auch House of Pain durch die Gegend sprangen und Leute wahnsinnig machten, positiv wie negativ - ich meine, hey, "Jump Around" kam sogar in Mrs. Doubtfire vor, mehr muss man wohl nicht sagen. Auf jeden Fall war das zugehörige Album von House of Pain damals eine eher durchwachsene Angelegenheit, die vom Singlehit und der Tatsache lebte, dass da auf einmal Whiteys, Iren gar, Shamrock-bewehrt auf der Bildfläche erschienen und die Klappe aufrissen. Das ganze trug deutlich die Produzenten-Handschrift von Muggs und hatte viel von der aufgekratzen Sample-Ästhetik des 1991 erschienen Cypress-Hill-Debüts, leider aber auch viel Füllmaterial, von dem man schnell genug hatte.

Auch das zweite Album "Same as it Ever Was" klang 1994 wieder stark nach Muggs, allerdings schon ein Stück weiter, um genau zu sein, klang es so, als hätte Muggs schon fleissig für "Black Sunday" geübt, aber den Dreh noch nicht ganz rausgehabt. Die einfachen stop-and-go-Samples waren für die Zeit normal und recht funky, trotz fetter Nummern wie "On Point" und dem Titeltrack fehlte aber sowohl der Hit als auch ein Stück Reife und Souveränität zum Klassiker, wenn ich da nochmal den Vergleich zu "Black Sunday" heranziehen darf. Nicht verschweigen sollte man, dass Everlast hier verflucht viel besser ist als zwei Jahre früher, rough und tricky und der wichtigste Grund, dieses Album zu hören.

1996 hatte sich die Welt schon längst von House of Pain verabschiedet, man erwartete nicht mehr viel und bekam auf einmal wie aus dem Nichts diesen Stinkefinger von Album um die Ohren gekloppt. Diesmal hatten Everlast und Lethal eine düstere Soundwelt gestrickt, die nichts mehr mit den zappeligen Bassläufen, Drums und Tröten der ersten beiden Alben zu tun hatte, sondern vollkommen hardcore war, dreckig und eigenständig. Die Texte drehten sich immer noch um kaum etwas ausser House of Pain, waren dabei aber intensiver als je zuvor, voller starker, simpler Hooks und getragen von Whitey Ford und seinem in-your-face Gespucke. Auch heute noch mehr als ein entertaining listen, wie man so sagt. Und eines meiner liebsten Alben von damals.

Na okay.

Das Artwork war scheisse.

Und das nie gesehene Video zu "Fed Up" gibts auch noch:

1 Kommentar:

  1. the golden area halt. schön war die zeit... und funktioniert heute noch im club. zwischen jump around und lean back liegt nur ein cut...

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